Tag Archive

Tag Archives for " Anlageformen "

Private Equity – Auf dem besten Weg zum Standard-Baustein

Drei Entwicklungen haben die Anlageklasse in den vergangenen Jahren geprägt. Jetzt steht ein großer Schub durch Privatanleger bevor.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde mit der „American Research and Development Corporation“ (kurz ARD) der erste Private-Equity-Fonds aufgelegt. Während sich seitdem die Fondsstrukturen immer weiterentwickelten, fanden zunächst öffentliche Einrichtungen, schließlich auch Pensionsfonds und Universitäten Gefallen an den Investitionsmerkmalen der Anlageklasse. Vor allem die Stiftungen US-amerikanischer Eliteuniversitäten setzen seit vielen Jahren besonders stark und erfolgreich auf Private Equity.

Heute zählen sämtliche institutionelle Investoren sowie sehr vermögende Privatpersonen zu den Geldgebern der Fonds. Für sie ist Private Equity über die vergangenen Jahrzehnte hinweg zum Standard-Baustein gereift. Zuletzt haben drei Entwicklungen die Anlageklasse weiter gestärkt. Dies könnte Private Equity nun auch den Durchbruch bei Privatanlegern bescheren.

Die Anzahl schwacher Fonds nimmt ab – Performanceunterschiede gleichen sich an

Private Equity bietet langfristig die höchsten Renditen im Vergleich zu gängigen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder anderen festverzinslichen Anlagen. Konstant hohe Performancewerte erzielten allerdings lange Zeit nur die besten Private-Equity-Fonds und Investoren waren auf den exklusiven Zugang zum sogenannten Top-Quartil angewiesen. Denn insbesondere um die Jahrtausendwende gab es auch einige schwächere Fonds. Die Anzahl dieser Fonds hat allerdings über die Jahre hinweg deutlich abgenommen. Im Top-Quartil hat eine gestiegene Markttransparenz dafür gesorgt, dass extrem gute Deals weniger verbreitet sind. So hat insgesamt die einst hohe Spannweite zwischen den schwachen und starken Fonds abgenommen. Das bedeutet: Es gibt kaum noch Abschreibungen und gleichzeitig eine etwas geringere Anzahl der sehr begehrten Ausreißer. Vielmehr zeigt sich heute im Gesamtbild ein sehr breites Feld an guten Private-Equity-Fonds, die ihren Investoren beachtliche Renditen bieten. Die Anlageklasse ist insofern homogener und berechenbarer geworden. Unter diesem Eindruck gewinnt sie auch unter Privatanlegern mehr und mehr an Attraktivität.

Die Akzeptanz für Private Equity auf Seiten der Unternehmen ist stark gestiegen.

Unternehmen zeigen sich heute deutlich offener gegenüber Private-Equity-Finanzierungen. Neben der Kapitalhilfe haben sie vor allem auch die fachliche Unterstützung auf strategischer und operativer Ebene zu schätzen gelernt und die Ablehnung aufgrund althergebrachter Vorurteile abgelegt. Ein ausschlaggebender Grund dafür ist die längere Haltedauer der Beteiligungen durch die Fonds. Sie bieten den Unternehmen so mehr Stabilität und die nötige Zeit sowie Unterstützung für langfristiges Wachstum. Für die Private-Equity-Fonds und deren Investoren lohnt sich die längere Haltedauer ebenfalls: Die Kosten für Steuern, Berater und Anwälte etwa für ständige Käufe und Verkäufe gehen zurück. Zudem ist die Flexibilität, auf den optimalen Verkaufszeitpunkt warten zu können, höher. Nicht zuletzt waren viele Unternehmen, die etwas mehr Zeit für eine Entwicklung benötigen, lange Zeit nicht für eine Beteiligung interessant. Der längere Anlagehorizont erlaubt es nun, diese Potentiale zu heben und erweitert so die Investitionsmöglichkeiten am Markt.

Diversifikationsmerkmale machen Private Equity zum Standard-Baustein

Die Kapitalzuflüsse in Private-Equity haben in den vergangenen Jahren stetig neue Rekorde erreicht. Viele Investoren wollen den Anteil im Portfolio zudem weiter erhöhen. Dies ist sicher auf die langfristig gute Performance zurückzuführen. Doch auch die Entwicklung in schwächeren Marktphasen spielt eine große Rolle. Hier ist privates Beteiligungskapital nicht allen Auswirkungen des Kapitalmarktes ausgesetzt bzw. können die Fondsmanager mit ihren hohen Einflussmöglichkeiten schnell Maßnahmen ergreifen und reagieren, ohne Beteiligungen abstoßen zu müssen. Hier hat die Branche über die Jahre gelernt. Bereits die Finanzkrise wurde sehr viel besser bewältigt als die Zeit nach dem Platzen der Dotcom-Blase nach 2001. Auf kommende Konjunkturschwankungen sind die Fonds nun so gut vorbereitet wie nie zuvor. Viele Investoren wollen daher den Private-Equity-Anteil nicht bloß aus Renditegründen weiter erhöhen. Sie schätzen auch die Diversifikationsmerkmale.

Für sämtliche institutionelle Investoren und vermögende Privatpersonen gehört Private Equity zum Standardrepertoire. Für Privatanleger ist die Investition in einzelne Private-Equity-Fonds kaum möglich. Sie erhalten den Zugang zur Anlageklasse mit Dachfonds. Die sind auf die Sicherheitsbedürfnisse von Privatanlegern zugeschnitten und bieten ihnen einen wichtigen Vorteil: Mit Dachfonds können sie ihr Geld über eine Vielzahl von Private-Equity-Fonds breitgestreut in hunderte Unternehmen weltweit investieren. Das Risiko sinkt so auf ein Minimum.

Professionelle Investoren haben zuletzt so viel Geld wie nie zuvor in Private Equity investiert. Die Branche ist sich nun sicher, dass der nächste Schub durch den breiten Zulauf von Privatanlegern bevorsteht. Denn sie werden sich nicht länger die überzeugenden Investitionseigenschaften der Anlageklasse entgehen lassen. Gute Anlagelösungen sind mit sicherheitsorientierten Private-Equity-Dachfonds bereits vorhanden.

Quelle: Bain & Company, Inc.: Global Private Equity Report 2018, RWB

Sie möchten mehr zum Thema Private Equity erfahren? Schreiben Sie uns!

Mit dem Absenden meiner Kontaktinformationen willige ich ein, dass meine personenbezogenen Daten durch Gerd Mannel verarbeitet werden, um meine Anfrage zu bearbeiten. Hierfür werden meine Daten an das Sachwertbüro Gerd Mannel übermittelt. Ich kann meine Einwilligung jederzeit durch Mitteilung an Gerd Mannel, z.B. durch eine E-Mail an info@die-experten-sachwert-invest.de widerrufen. Für weitere Informationen lesen Sie unseren Datenschutz

Was taugt die neue Anlageklasse Private Equity?

Weltweit in Unternehmen investieren und langfristig überdurchschnittliche Renditen erzielen: Das ermöglicht Private Equity. Nach Rückschlägen hat sich die illiquide Anlageklasse zum Rückgrat des Beteiligungsmarktes entwickelt.

Von der Nischenanlage zur etablierten Investmentklasse: Private Equity boomt. Während das in derartige Fonds angelegte Kapital 1995 noch rund 200 Milliarden Dollar betrug, hat sich der Betrag inzwischen mehr als verzehnfacht. Demnach lag das Investitionsvolumen im Juni vergangenen Jahres weltweit bei etwa 2,83 Billionen Dollar.

Auch in Europa und in Deutschland ist die Anlageklasse seit einigen Jahren stetig auf dem Vormarsch. Laut dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften sind aktuell etwa 300 Beteiligungsgesellschaften in der Bundesrepublik tätig. Jährlich werden rund 1000 Unternehmen mittels Private Equity finanziert. Es geht also nicht nur um Renditen für Anleger. Für viele Familienunternehmen ist Private Equity zu einer wichtigen Finanzierungsquelle geworden. Das Investitionsvolumen betrug hierzulande zwischen 2013 und 2017 etwa 37 Milliarden Euro.

War Private Equity (PE) in der Vergangenheit eher etwas für institutionelle Anleger, so können inzwischen auch Privatanleger in diverse Fonds oder Dachfonds dieser Anlageklasse investieren, die jedoch nicht für kurzfristige Engagements taugt.

Es handelt sich um eine illiquide Anlageklasse: PE-Fonds investieren in verschiedene Unternehmen, helfen bei der Umstrukturierung und ziehen ihren Gewinn aus dem Verkauf der Beteiligung frühestens nach fünf bis zehn Jahren.

In der Regel funktioniert das so, dass Anleger Beteiligungszusagen geben, die von den Fonds erst dann abgerufen werden, wenn eine Unternehmensbeteiligung realisiert wird. Wenn Anleger ihre Zusage beispielsweise wegen Geldmangels revidieren, kommt oft ein Sekundärmarkt zum Zuge, der solche Beteiligungszusagen mit Abschlägen kauft und so den Finanzierungserfolg des PE-Fonds sicherstellt.

Private Equity in Deutschland zunehmend bekannter

Dass die Anlageklasse jedoch nicht immer so erfolgreich war, zeigt der historische Rückblick: Private Equity gilt zwar einerseits als eine der ältesten Finanzierungsformen überhaupt. Die dazugehörige Asset-Klasse hat sich jedoch erst in den 1980er-Jahren in den USA entwickelt. Auch in Asien gibt es inzwischen zahlreiche PE-Fonds.

Einige Tiefschläge musste die Branche sowohl nach dem Platzen der New-Economy-Blase im März 2000 einstecken als auch nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008. Auch Private Equity unterliegt Schwankungen wie auf den Aktienmärkten, ist allerdings langfristig rentabler. Seit knapp fünf Jahren bewegt sich Private Equity allerdings wieder in einem länger anhaltenden Aufschwung.

Auch deutschen Familienunternehmern ist die Anlageklasse inzwischen ein Begriff, wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zeigt: Während 2011 nur etwa neun Prozent der Befragten Private Equity überhaupt definieren konnten, hat sich die Quote mittlerweile mehr als versiebenfacht.

Kein Wunder, bringt diese Anlageklasse den Investoren doch nach bisheriger Erfahrung eine Überperformance von durchschnittlich drei bis fünf Prozent pro Jahr ein.

Dass das Kapital bei der Anlageklasse so lange gebunden ist, wird von einigen potenziellen Investoren oftmals kritisiert. Umgekehrt wird jedoch genau diese Flexibilität vielen Anlegern, die etwa ein Aktiendepot besitzen, häufig zum Verhängnis. Durch wiederholte Umschichtungen schneiden sie am Ende meist schlechter ab als der Durchschnitt. Bei Private Equity können die Investoren hingegen gar nicht erst in diese Versuchung geraten und am Laufzeitende die volle Rendite ausschöpfen.

Markt von Konzentrationsprozess geprägt

Allgemein kann beim Private Equity zwischen zwei verschiedenen Investitionsarten unterschieden werden: den Mainstream-Investments in milliardenschwere Bluechip-Fonds und Investitionen in ausgewählte Fonds aus dem Fundus der über 5000 ungelisteten Fonds-Manager weltweit. Während der erste Weg zwar stabile, aber auch eher moderate Renditen bereithält, können die erfahrenen Fonds-Manager bei der zweiten Variante meist eine deutliche Überperformance erzielen.

Auch der weltweite Private-Equity-Markt teilt sich im Wesentlichen in zwei Lager. Während nur wenige der aufgelegten Fonds einen Großteil des weltweiten Private-Equity-Kapitals halten, splittern sich die übrigen Investitionen auf Hunderte weiterer Fonds. Demnach warben von den 2016 rund 1000 aufgelegten Private-Equity-Fonds allein die 20 größten über ein Drittel des gesamten globalen Kapitals ein. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung der Beratungsgesellschaft Mackewicz und Partner hervor.

Um mit Private Equity Erfolg haben zu können, sollten potenzielle Investoren einige Grundregeln beachten. So ist es ratsam, konsequent in die besten Fonds zu investieren. Denn: Die Unterschiede zwischen den besten und den schlechtesten Private-Equity-Fonds sind deutlich größer als etwa bei Aktienfonds. Zudem sind Investitionen in Anlagen mit verschiedenen Auflagejahren sinnvoll, da auch private Beteiligungen konjunkturabhängig sind.

Dass Private Equity weiter an Zulauf gewinnen wird, ist gesetzt: Laut der PwC-Studie glauben drei Viertel der befragten Familienunternehmer, dass die Anlageklasse global weiter an Bedeutung gewinnen wird. In Bezug auf den deutschen Markt stimmen dieser Prognose zwei Drittel der Unternehmer zu.

 

Quelle: welt.de

Niedrigzinsen machen die Deutschen etwas risikofreudiger

Foto: Gothaer Asset Management

Die Grafik zeigt: Die Sorge vor der Inflation treibt deutsche Sparer um.

 

Sparer hierzulande investieren weniger in konservative Anlageformen wie Sparbuch oder Tagegeld. Der Grund: Die Nullzinsen sorgen – notgedrungen – für etwas mehr Risikofreude. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Gothaer Asset Management.

Die eigene finanzielle Situation (55 Prozent) und die Dauer-Niedrigzinsen (45 Prozent) haben den größten Einfluss auf das Anlageverhalten deutscher Sparer. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschers Forsa im Auftrag der Gothaer Asset Management. Zum neunten Mal wurde die Studie bereits aufgelegt.

Quelle: Gothaer Asset Management

Danach wirken sich die Niedrigzinsen deutlich auf die Wahl der Anlageformen aus. Das Sparbuch liegt zwar auf der Beliebtheitsskala mit 39 Prozent noch immer an erster Stelle, vergangenes Jahr lag der Zustimmungswert aber noch bei 45 Prozent, 2015 waren es 51 Prozent. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei Bausparverträgen: 2015 legten sich noch 35 Prozent der Deutschen einen solchen Vertrag zu. Inzwischen ist diese Zahl auf 28 Prozent geschrumpft. 

Die Risikobereitschaft der Bundesbürger nimmt – notgedrungen – also zu. 26 Prozent der Befragten wären prinzipiell bereit, für mehr Rendite auch ein höheres Risiko einzugehen (2017: 20 Prozent). Jeder fünfte kauft sich mittlerweile Fonds, im Vorjahr waren es 17 Prozent. Am ehesten greifen Sparer bei Aktien- (44 Prozent) und Mischfonds (43 Prozent) zu. Jeder vierte Bundesbürger investiert auch in Rentenfonds.

 

Quelle: Gothaer Asset Management

„Den Deutschen wird immer stärker bewusst, dass sie als Sparer mit am stärksten von der Niedrigzinspolitik betroffen sind und ihre Altersvorsorge gefährdet ist“, sagt Christof Kessler, Vorstandssprecher der Gothaer Asset Management. „Vor dem Hintergrund der geringen Renditen oder inflationsbereinigt sogar negativen Zinsen suchen sie nach renditeträchtigeren Alternativen wie zum Beispiel Fonds.“

Welche Anlageformen versprechen höhere Renditen?

Auf Platz 1 nennen die Befragten Immobilien (28 Prozent), 26 Prozent investieren hier (Vorjahr: 30 Prozent). Auch Aktien und Fonds wurden als renditestark genannt (26 beziehungsweise 11 Prozent). 40 Prozent der Befragten konnten allerdings keine Rendite-Alternative benennen.

 

Quelle: Gothaer Asset Management

 

An Sorgen treibt die Inflation Sparer um. 63 Prozent der Befragten befürchten, dass es zu einem starken Preisanstieg und zu einer Entwertung ihrer Geldanlagen kommt (2017: 63 Prozent, 2015: 55 Prozent). Auch die Angst vor einem möglicherweise sinkenden Lebensstandard lastet auf den Befragten. Unter den 30- bis 44-Jährigen befürchten 57 Prozent, dass ihre Geldanlagen später nicht ausreichen. Bei den 45- bis 59-Jährigen sind es 60 Prozent.

 

Quelle: dasinvestment.com

Anlageprofi: Kundenberater der Banken sind entmündigte Statisten

Der schweizerische Vermögensverwalter Patrick Cettier geht scharf mit den Banken ins Gericht. Sie würden ihre volkswirtschaftlich wichtigste Funktion vernachlässigen, nämlich das Bereitstellen von Kapital für unternehmerische Aktivitäten. Auch die Anlageberatung verdiene den Namen oft nicht.

Mit der Beratung in Banken ist es nicht mehr weit her. Was Verbraucher immer schon ahnten, bestätigt nun ein “Insider”. Es fehlten Köpfe mit Charakter, Anlageempfehlungen laufen nicht so objektiv und professionell ab wie es sein sollte, Ansprechpartner wechseln stündig und sind schlecht erreichbar: In scharfem Ton kritisiert der schweizerische Vermögensverwalter Patrick Cettier das Geschäftsgebaren der Banken.

Diese hätten in den vergangenen Jahren auf “so illustre Geschäftsbereiche wie den Eigenhandel, das Investment Banking oder auch die Vermögensverwaltung” gesetzt, statt die eigentlich “sinnvollen Funktionen” auszuführen, nämlich Unternehmen Kapital für Investitionen bereitzustellen, schreibt der Geschäftsführende Partner der Prio Partners GmbH in Zürich: “Welcher Unternehmer bekommt schon Risikokapital von einer Bank, wenn er nicht gleichwertige Sicherheiten vorweisen kann?”, schimpft Cettier.

Dagegen blühten Geschäftsfelder, in denen Interessenskonflikte quasi naturgegeben seien: “Berühmt-berüchtigt ist das Research der hauseigenen Analysten, das ja möglichst unabhängig sein sollte. Komisch nur, dass 40 Prozent aller Empfehlungen Kaufempfehlungen sind und nur 20 Prozent Verkaufsempfehlungen – bei den restlichen 40 Prozent enthält man sich mit einer Halten-Empfehlung einer klaren Meinung.”

Berater können nichts mehr entscheiden 

Für Crettier ist klar: Banken vernachlässigen ihre für die Marktwirtschaft essenziellen volkswirtschaftlichen Funktionen und setzen etwa mit der Vermögensverwaltung auf ein Feld, bei dem doch nur zum Vorschein komme, “dass man Kunden sehr gerne etwas verkaufen möchte”. Das Banking alter Schule seit tot, schimpft Crettier: “Die heutigen Kundenberater dürfen meist qua interner Vorgaben keinerlei Portfolioentscheide vornehmen noch Anlagen selbst tätigen.” Die meisten von ihnen seien zu gut bezahlten Statisten verkommen.

Mit dieser Einschäzung ist Cettier nicht alleine. Dass die Anlageberatung vieler Banken längst zum reinen Verkaufsgespräch verkommen ist und Vertriebs- vor Kundeninteressen gehen, sieht Unternehmensberater Andreas Schaich von Z-Punkt ähnlich: “Das Vertrauensverhältnis zum Berater hat in den letzten Jahren gelitten. Solange er nicht selbst Entscheider ist, kann ich als Kunde auf ihn verzichten. Er ist für mich wertlos. Wenn man ihm Kompetenzen zurückgibt und auch die nötigen technischen Hilfsmittel an die Seite stellt, ist er wieder ein echter Partner”, äußerte Schaich im Sommer 2017 im Gespräch mit FONDS professionell. (fp)

Quelle: fondsprofessionell.de

Psyche steht richtiger Geldanlage im Wege

Geld abheben? Eine Überweisung tätigen? Für die meisten Deutschen stellt das kein Problem dar. Ganz anders sieht die Lage aber aus, wenn es um das Thema Geldanlage geht. Insbesondere junge Leute trauen sich solche Investments schlicht und einfach nicht zu.

Mit der Finanzbildung, also dem Wissen über Geldanlage, Versicherungen und Co., ist das bei den Deutschen so eine Sache. Egal, welcher der zahlreichen Umfragen zu dem Thema man auch Glauben schenkt: Gut kommen die Deutschen in den seltensten Fällen weg. Eine Studie von Deutschlands größter Direktband, der ING-DiBa, kam im Oktober dieses Jahres zu dem Schluss: Die Hälfte der Deutschen sind „finanzielle Analphabeten“.

Doch welche Auswirkungen hat dieser Mangel an Expertise? Einen erheblichen, wenn man der neuen Finanzwissen-Studie des Fonds-Anbieters RWB folgt. Dieser ließ vom Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK untersuchen, welche Finanzangelegenheiten sich die Deutschen überhaupt zutrauen.

Das Ergebnis ist dabei zwar kaum überraschend, dennoch umso niederschmetternder. Denn zwar trauen sich die Deutschen alltägliche Finanzangelegenheiten, wie das Tätigen einer Überweisung (95,6 Prozent) oder das Geldabheben am Automaten (95,4) zu – wenn es dann aber um den Abschluss einer privaten Altersversorgung geht, sieht die Sache schon ein wenig anders aus (75,2 Prozent). Noch geringer ist das Vertrauen der Deutschen in die eigenen Fähigkeiten ausgeprägt, wenn es um Investments in Aktien oder Fonds geht: Dies trauen sich nur rund die Hälfe, genauer 55,1 Prozent der Deutschen zu.

Insbesondere jüngere Menschen zeigen sich bei Anlageprodukten wie Aktien oder Fonds unsicher – nur 38,1 Prozent gaben an, sich eine solche Investition zuzutrauen. Mit dem Alter wächst dann das Vertrauen, vor allem die 40- bis 49-Jährigen zeigen sich in dieser Hinsicht deutlich selbstbewusster.

„Das Investieren in Aktien oder Fonds ist sicher nicht schwieriger als einen Kredit abzuschließen. Das Problem ist eher ein psychologischer Effekt: Mit einem Kredit ist sofortiger Konsum möglich. Das Ergebnis langfristiger Geldanlage zeigt sich hingegen erst nach vielen Jahren“, fasst RWB-Vorstand Horst Güdel das Studienergebnis zusammen.

 

Quelle: procontra-online.de

Geldanlage ist keine Frage des Einkommens

Wie 100 Euro monatlich zu einem Vermögen von 59.000 Euro werden

Deutschland hat kein Problem bei der Einkommensverteilung, sondern mit der Art, wie Menschen ihr Vermögen anlegen, meint Thomas Hünicke, geschäftsführender Gesellschafter der WBS Hünicke Vermögensverwaltung in Düsseldorf.

Jahr für Jahr sorgt die Einkommensteuerstatistik für Diskussionen. Dabei wird sowohl über die Rolle der Vermögenden in Deutschland debattiert, als auch über die unteren und mittleren Einkommensklassen. Mehr als 30 Prozent der Deutschen verdienen rund 25.000 Euro brutto jährlich, fast die Hälfte der deutschen Steuerzahler bewegt sich in der Einkommensgruppe zwischen 25.000 und 50.000 Euro. Das Medianeinkommen 2015 lag bei etwa 1.778 Euro netto im Monat, was in etwa einem Jahresbruttoeinkommen von 33.623 Euro entspricht.

Daraus folgt oft die Klage, dass die unteren und mittleren Einkommensbezieher keine Chance hätten, ein Vermögen aufzubauen. Zu knapp bemessen seien die finanziellen Ressourcen.

Freilich wird es für einen Arbeitnehmer mit dem Medianeinkommen kaum möglich sein, große Aktienpakete, Immobilien und unternehmerische Beteiligungen zu erwerben und gleichzeitig noch Liquidität zur Nutzung von Opportunitäten an den Märkten vorzuhalten. Aber das Argument, sie könnten gar nichts für den Vermögensaufbau und späteren Vermögensschutz tun, ist nicht haltbar.

Eine gesunde Allokation, die Risiko und Rendite gleichermaßen in den Blick nimmt, ist in erster Linie keine Frage der finanziellen Möglichkeiten. So lassen sich die Konzepte finden, die wirklich Sinn ergeben: ob Investmentfonds oder vermögensverwaltender Fonds, ob Einmalanlage oder Sparplan, ob staatlich gefördertes Versicherungsprodukt oder völlig flexibles Instrument.

Entscheidend ist, dass Sparer sich mit ihren Zielen auseinandersetzen: Was will ich wirklich? Welche Risiken kann und will ich eingehen, welche Rendite möchte ich erzielen? Wie lange kann ich mein Geld binden, erwarte ich vielleicht eine Auszahlung aus einem anderen Vertrag oder eine Erbschaft? Das sind die entscheidenden Fragen, ohne die keine strukturierte Geldanlage möglich und erst recht nicht sinnvoll ist. Deshalb ist die Auswahl des Produkts erst der letzte Schritt.

Dass dieser Erfolg in kleinen Schritten möglich ist, lässt sich an einer Beispielsrechnung verdeutlichen. Nehmen wir an, jemand verfügt über eine Einmalsumme von 5.000 Euro und legt diese in Kombination mit einer monatlichen Sparrate von 50 Euro für 25 Jahre an. Die durchschnittliche Rendite liegt bei einem mittleren Wert von vier Prozent, die Kosten betragen 0,5 Prozent jährlich und 2,5 Prozent auf die einmalige Anlagesumme. Daraus werden am Ende der Laufzeit 34.655,42 Euro. Wer 100 Euro im Monat sparen kann und keinen Ausgabeaufschlag zahlt, kommt am Ende auf 59.276,15 Euro.

Die Möglichkeit, Vermögen zu schaffen, ist nicht den wohlhabenden Schichten vorbehalten.

Quelle: dasinvestment.com

 

Gerne zeigen wir auch Ihnen, wie Sie mit wenig viel bewirken können – kontaktieren Sie uns einfach!