Tag Archive

Tag Archives for " Euro "

Schuldenexplosion in Italien – Führt die Corona-Krise zum Euro-Crash?

Die Schuldenkrise kehrt mit Macht nach Europa zurück. Ob Corona-Bonds oder ESM-Kredite: Italien braucht gegen den Crash der Wirtschaft ein EU-Rettungspaket. Sonst könnte der Euro das nächste Opfer der Pandemie werden.

“Wir fordern nicht die Vergemeinschaftung der öffentlichen Altschulden, sondern die Bereitstellung ausreichender Mittel für einen großen europäischen Rettungsplan”: In einer ganzseitigen Anzeige in der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ) haben sich am Dienstag die Bürgermeister vieler besonders von der Corona-Epidemie gebeutelter Städte in Norditalien an ihre “lieben deutschen Freunde” gewandt. Der verzweifelte Appell für die gemeinsame Aufnahme von Schulden ist Ausdruck einer lange schwelenden Debatte: Welche gemeinsame Antwort findet Europa auf die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise?

Der Hilferuf ist nicht mehr zu überhören. Wie kaum ein zweites EU-Land leidet Italien unter der Corona-Epidemie, mehr als 10.000 Menschen sind bereits gestorben. Doch nicht nur medizinisch, auch wirtschaftlich herrscht Ausnahmezustand. Anders als in Deutschland sind alle nicht lebensnotwendigen Betriebe geschlossen, praktisch die gesamte Wirtschaft steht still. Der Industrieverband Confindustria rechnet für dieses Jahr mit einem Wirtschaftsrückgang von rund sechs Prozent. Auch in Deutschland prophezeien Ökonomen einen Einbruch zwischen drei und sechs Prozent. Ganz Europa steuert auf eine historische Rezession zu. Aber Italien hat so gut wie keinen Spielraum, um zu reagieren.

Um den Wirtschaftscrash zu bekämpfen, hat sich Italien wie Deutschland und viele andere Länder in gigantische neue Schulden für Konjunkturpakete, Finanzhilfen und Sozialleistungen gestürzt. Obwohl die EU-Kommission sich mit Rom zuvor jahrelang einen erbitterten Machtkampf über die ausufernden italienischen Staatsausgaben geliefert hatte, hat sie nun angesichts der Corona-Krise ihre Defizitregeln außer Kraft gesetzt. Alle Grenzen für die Kreditaufnahme sind gefallen. Italien und viele andere EU-Staaten steuern damit noch viel schneller auf den Staatsbankrott zu als je zuvor. Und die Schuldenkrise, um deren Lösung sich Europas Politiker seit Jahren drücken, ist mit Macht zurück.

Eine neue Lastenverteilung ist unvermeidlich

Schon vor dem Corona-Crash belief sich Italiens Schuldenberg auf gigantische 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. In der Krise dürfte er wie die Schuldenstände vieler Regierungen generell um weitere 10 bis 20 Prozentpunkte zulegen, schätzt der griechische Notenbankchef Giannis Stournaras. Es ist absehbar, dass Italien und andere hochverschuldete Euro-Länder ohne Hilfen der EU nicht aus der Schuldenfalle kommen werden, die die Corona-Krise nun fatal verschlimmert. Denn sollten die Zinsaufschläge für Rom, Athen oder Madrid an den Märkten unkontrolliert steigen, ohne dass der Rest der EU finanziell zu Hilfe eilt, droht ein weiteres Katastrophenszenario: Ihnen blieben dann nur Staatsbankrott und Euro-Austritt, das Ende der Gemeinschaftswährung wäre besiegelt. Eine Umverteilung der Krisenkosten zwischen den EU-Ländern ist daher äußerst wahrscheinlich, vielleicht sogar unvermeidlich. Die Frage ist nur, wie sie aussieht.

Stournaras drängt nun wie Italien, Frankreich, Spanien, Belgien und andere EU-Länder auf die gemeinsame Schuldenaufnahme aller EU-Staaten für die Staatsausgaben in der Epidemie, sogenannte Corona-Bonds. Auch Portugals Notenbankchef Luis de Guindos ist dafür. “Europa muss vereint auf die Krise reagieren”, fordert die spanische Wirtschaftsministerin Nadia Calvino. Es müsse letztendlich ein System der Schuldenteilung geben. Ohne eine einheitliche Antwort sei “das europäische Projekt vom Aussterben bedroht”, findet auch der EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni. Und ohne Deutschland “können wir keinen Kompromiss finden”.

Doch Kanzlerin Angela Merkel lehnt die EU-Anleihen kategorisch ab. Die Euro-Retter im Norden sehen sie als Dammbruch, den Einstieg in die europaweite Haftungsunion. “Zu meinen, man könne solche Bonds nur vorübergehend einführen, ist blauäugig. Sind sie einmal da, bleiben sie”, sagt der Chef der deutschen Wirtschaftsweisen, Lars Feld. Eurobonds seien deshalb für ihn eine “rote Linie”, warnt auch Österreichs Finanzminister Gernot Blümel. Auch der niederländische Finanzminister Wopke Hoekstra und die finnische Regierung sind strikt dagegen.

Der Euro-Rettungsfonds soll es richten

Sie wollen etwaige Corona-Hilfspakete für Italien und andere Länder lieber über den Euro-Rettungsschirm ESM organisieren. Auch das würde eine gemeinsame Schuldenaufnahme bedeuten: Die Euroländer haften gestaffelt nach Größe gemeinsam für die Kredite des Rettungsschirms. Aber anders als bei Corona-Bonds wäre der Kreditrahmen einigermaßen begrenzt: Maximal 410 Milliarden Euro kann der Rettungsfonds noch vergeben. Und er dürfte das Geld nur unter strikten Sparauflagen verleihen, damit die Empfängerländer sich bemühen müssten, es zurückzuzahlen.

Zu strenge Bedingungen für die Ausgabenpolitik könnten für Länder wie Italien angesichts des historischen Zusammenbruchs der Wirtschaft aber unerfüllbar sein. Selbst Bundesbank-Chef Jens Weidmann, der als Anhänger strikter Haushaltsdisziplin gilt, plädiert daher in der “ZEIT” dafür, die Vorgaben “nicht so streng auszugestalten wie bei klassischen Hilfskrediten”. Finanzminister Olaf Scholz, der sich ebenfalls gegen Corona-Bonds ausgesprochen hat, kann sich zudem Kredite der Europäischen Aufbaubank EIB vorstellen: “Meine Zielsetzung ist, dass wir dort ein Programm möglich machen, das bis zu 50 Milliarden Euro Kreditvolumen umfasst.”

Die Frage ist, ob das reicht, um die Krise zu bewältigen. “Der ESM kann finanziell nicht genug leisten, den Löwenanteil muss die EZB stemmen”, kritisiert Sven Giegold, der Sprecher der Grünen im EU-Parlament. In der Tat sind die Geldspritzen der Europäischen Zentralbank (EZB) wieder einmal das Einzige, was den Euro in der Corona-Krise noch zusammenhält. Ohne sie hätten die Märkte Italien und Griechenland wohl längst den Geldhahn zugedreht.

Die EZB ist bislang die einzige Rettung

Die Währungshüter wollen gegen den Corona-Crash nicht nur weitere Staatsanleihen für rund 750 Milliarden Euro kaufen. Sie haben inzwischen auch die letzte Hürde für die Staatsfinanzierung durch die Notenpresse beseitigt. Bislang hatten sie angekündigt, maximal ein Drittel aller ausstehenden Staatsanleihen eines Euro-Landes zu kaufen. Nun können sie soviel wie nötig kaufen, auch griechische Staatsanleihen. Das heißt: Notfalls könnten sie sogar einem Euro-Land wie Italien einen Großteil seiner gesamten Schulden abnehmen.

Ob es dazu kommt, hängt davon ab, ob Befürworter und Gegner von Corona-Bonds sich in der EU aufeinander zu bewegen. Der letzte Gipfel der Staats- und Regierungschefs endete ergebnislos mit einem Patt zwischen beiden Fraktionen. Eurogruppen-Chef Mario Centeno will nun am 7. April Vorschläge vorlegen, wie die Blockade durchbrochen werden kann. Die italienischen Bürgermeister, die in der “FAZ”-Anzeige an Deutschlands Solidarität in der Corona-Krise appellieren, haben jedenfalls eine düstere Vision: Wenn die EU “jetzt nicht beweist, dass sie existiert, wird sie aufhören zu bestehen.”

Quelle: ntv.de

 

Sind Sie gewappnet gegen einen möglichen Euro-Crash?

Wie können Sie Ihre Werte im Falle des Falles schützen? Welche Maßnahmen haben Sie bisher ergriffen? Sichern Sie sich den kostenlosen Zugang unter anderem auch zu (Invest-)Möglichkeiten, die sonst nur Großanlegern oder Institutionellen vorbehalten sind. Kostenlos – und nur so lange, wie Sie wollen.

Datenschutz ist das A+O. Ihre Daten werden niemals an Dritte weitergegeben. Alle Infos dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung

Italien kostet deutsche Sparer Geld

Die Zinslandschaft schien sich Anfang 2018 zu verändern. Doch das Regierungschaos in Italien hat bittere Folgen für Sparer hierzulande: Daniel Saurenz über den kollabierenden Euro und eine absurde Veränderung auf der Zinsseite

Im April schien es für deutsche Sparer einen kleinen Funken Hoffnung zu geben. Die zehnjährige Bundesanleihe war binnen kurzer Zeit bis auf 0,65 Prozent geklettert, erwacht aus dem Negativbereich der Vorjahre. Die Regierungskrise in Italien um den absurden Politmix aus links und weit rechts lässt nun die Zinsen für italienische Staatsanleihen klettern – und deutsche Anleihezinsen einknicken. Bis auf 0,26 Prozent für die zehnjährige Bundesanleihe hatte sich der Zins Ende Mai reduziert, da Investoren in den sicheren Hafen des politisch vernünftig stabilen Deutschlands flüchten. Derzeit erholt sich der Zins auf rund 0,5 Prozent.

Anleger müssen also für Rendite etwas ins Risiko gehen. Eine Option sind Capped-Bonus Zertifikate wie die WKN DM76WH mit 7 Prozent p.a. Rendite und 13 Prozent Sicherheitspuffer. Umgekehrt funktioniert dieser Mechanismus auch mit Reverse-Papieren. Bei der WKN GD8J9F profitieren Anleger von einer Schwächephase über den Sommer – derzeit kein unrealistisches Szenario.

Doppelter Druck

Freuen wird der Zinsrückgang natürlich einmal mehr den Finanzministern – Olaf Scholz. Er zahlt weiter weniger Zinsen während Sparer ihre Hoffnung auf echte Zinsen begraben müssen. Doch nicht nur die Südeuropäer, bei denen die Spanier just ein neues Kabinett vorstellten, überraschen negativ. Auch der Handelskonflikt mit den USA sowie eine massive Zinsdifferenz, die den US-Dollar beflügelt, drücken den Euro zu Boden. Gepaart mit stattlich teuren Ölpreisen merken dies vor allem jene Verbraucher, die mal wieder ihren Öltank füllen müssen. Warum aber klettert der Dollar überhaupt?

Quelle: tradingeconomics.com

Ein Grund ist sicher das Sentiment. Daten vom Investmentportal feingold-research.com zeigen, dass die Stimmung zugunsten des Euro bei 1,25 Dollar so gut war wie seit Jahren nicht. Fast logisch legte die Währung die Gegenrichtung ein, denn extreme Positiv- oder Negativstimmungen drehen den Kurs gegenteilig. Wer erinnert sich nicht an die doppelte Empfehlung der Deutschen Bank pro US-Dollar bei 1,05 Dollar – zweimal ging es danach für den Euro massiv aufwärts.

Inzwischen ist der Dollar Index, der die Kursentwicklung des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen, wie Euro und Yen, abbildet, über 4 Prozent gegenüber dem Stand von Mitte April geklettert – eine deutliche Bewegung innerhalb so kurzer Zeit.

„Für zusätzlichen Aufwärtsdruck beim Dollar hat gesorgt, dass Spekulanten am Futures-Markt stärker als je zuvor auf einen Rückgang des Dollar setzen“, sagt Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst beim britischen Broker Activtrades. Nachdem die Erholung des Greenback Fahrt aufgenommen hatte, mussten sich die Spekulanten eindecken, woraufhin der Dollar kräftiger gestiegen ist, als er es ohne die Spekulation am Derivate-Markt getan hätte.

Dax-Rally dank Dollar

Es gibt aber auch schöne Seiten für all jene, die in Dax-Aktien investiert sind. Leidtragender des gestiegenen Dollar ist der US-Aktienmarkt, weil sich die Exportchancen für die Unternehmen eingetrübt haben. Der S&P 500 konnte sich zwar zuletzt etwas erholen, die Performance kommt jedoch nicht an die Nasdaq heran, wo die Tech-Schwergewichte für neue Rekorde sorgen.

„Im Gegensatz dazu sich der Dax kräftig erholt, weil er vom gegenüber dem Dollar sinkenden Euro beflügelt worden ist“, sagt Activtrades-Experte De Casa. Dabei haben Investoren nicht zuletzt zu jenen Unternehmen, wie BMW und SAP, gegriffen, die über ein bedeutendes US-Geschäft verfügen und damit besonders von der Währungsveränderung profitieren. Auch bei Brokern wie Degiro oder Börsen wie der Münchner Gettex gehörte die Exportriege zu den beliebtesten Titeln der letzten Wochen.

Neue Chance für Anleger

Nachdem Investoren bei 1,25 Dollar schöne antizyklische Chancen mit Turbo-Short-Scheinen auf den Euro hatten, so können sie nun mit der WKN SE87BM mit Hebel 8 auf den Euro setzen. Eine Möglichkeit sogar bei einer Seitwärtsbewegung gut zu verdienen, ist der Discount-Call DD7EVY mit 20 Prozent Renditechance.

 

Quelle: capital.de