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Lebensversicherung wirft künftig noch weniger ab

Die Bundesregierung und die Finanzaufsicht wollen die deutschen Lebensversicherer angesichts der niedrigen Zinsen offenbar noch stärker an die Kandare nehmen als gedacht. Es zeichne sich ab, dass der Garantiezins für Lebensversicherungen von 2021 an nicht nur, wie von der Branche vorgeschlagen, auf 0,5 (bisher 0,9) Prozent gesenkt, sondern um noch mindestens einen Zehntel-Prozentpunkt niedriger festgesetzt werden solle, sagten zwei mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters.

Der Garantiezins – offiziell Höchstrechnungszins genannt – ist die maximale Verzinsung, die die Lebensversicherer ihren Kunden über die gesamte Laufzeit fest zusagen dürfen.

Die Finanzaufsicht BaFin wollte sich zu den Informationen nicht äußern, das Bundesfinanzministerium war zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Ein Sprecher des Branchenverbands GDV sagte: “Wir gehen davon aus, dass der Garantiezins sinken wird.” Auf die künftige Höhe wollte er sich aber nicht festlegen.

Warnung vor einem “Schlussverkauf”

Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV), der Zusammenschluss der 5000 Versicherungsmathematiker, hatte im Dezember eine Senkung auf 0,5 Prozent vorgeschlagen. Traditionell orientiert sich das Ministerium an den Berechnungen der Aktuare. Doch schon bei der jüngsten Senkung auf 0,9 Prozent zum 1. Januar 2017 hatte es den Vorschlag der Aktuare (1,0 Prozent) unterboten. Die Entscheidung dürfte bald fallen. Die Branche dringt auf einen Vorlauf von etwa neun Monaten, um die Tarife neu berechnen zu können.

Die Versicherungsaufseher der BaFin warnen die Branche aber, die anstehende Senkung des Garantiezinses erneut zu einer Art “Schlussverkauf” für Policen mit dem bisherigen Satz zu nutzen. “Wir erwarten von den Unternehmen, dass sie genau überlegen, welchen Zins sie ansetzen können”, sagte ein Sprecher. “Die am Kapitalmarkt erzielbaren Renditen liegen aktuell deutlich unter dem Höchstrechnungszins. Es widerspräche gutem Risikomanagement, wenn man diesen unreflektiert zur Grundlage für Beiträge und Leistungen im Neugeschäft verwenden würde.”

Nur ein Drittel der Policen mit Garantiezins

Am Garantiezins selbst will die BaFin grundsätzlich nicht rütteln, wie der Sprecher betonte. “Letzten Endes ist das aber eine politische Entscheidung.” Dabei hat der Höchstrechnungszins zuletzt an Bedeutung verloren, weil immer mehr Lebensversicherer unter dem Druck der “Solvency II”-Regulierung und der niedrigen Zinsen im Neugeschäft nur noch Produkte ohne oder mit geringeren Garantien anbieten. Nach Schätzungen der Aktuare bietet nur noch ein Drittel der gut 80 Lebensversicherer in Deutschland Policen mit Garantiezins an. Beim Marktführer Allianz entfallen nur noch sieben Prozent der neu abgeschlossenen Volumens auf klassische Garantieprodukte. Branchenweit machen sie nach Daten des GDV aber immer noch fast ein Drittel des Neugeschäfts aus.

An den bestehenden Verträgen, für die die Lebensversicherer zum Teil noch Garantien über vier Prozent ausgesprochen hatten, ändert sich durch die geplante Neuregelung nichts.

Besondere Probleme schafft eine Senkung des Garantiezinses bei Riester-Rentenverträgen. Denn dabei müssen die Versicherer garantieren, dass ein Kunde am Ende der Laufzeit zumindest den eingezahlten Beitrag – einschließlich der staatlichen Zulagen – komplett herausbekommt, und gleichzeitig ihre Vertriebs- und Verwaltungskosten decken. Der Bund arbeitet deshalb an einer Reform der Riester-Rente.

Quelle: manager-magazin.de – msc/Reuters

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„Es wird schwer, den Garantiezins zu halten“: R+V-Chef schließt Senkung nicht mehr aus

Das Thema Garantiezins ist in aller Munde. Der Vorstandschef der R+V-Versicherung kritisiert die geldpolitischen Pläne der Notenbanken. Die hätten gravierende Folgen für die Rendite von Lebensversicherungen.

Frankfurt Der nach Beitragseinnahmen zweitgrößte Lebensversicherer Deutschlands, die genossenschaftliche R+V Versicherung, schließt angesichts der lockeren Geldpolitik erstmals eine Senkung des Garantiezinses nicht mehr aus: „Es ist sicher richtig, dass es zunehmend schwierig wird, die Garantie von 0,9 Prozent noch zu halten“, sagt R+V-Vorstandschef Norbert Rollinger im Interview mit dem Handelsblatt.

Die Deutsche Aktuarvereinigung redet in den kommenden Monaten über eine mögliche weitere Senkung des Garantiezinses. Neukunden klassischer Lebensversicherungen droht damit ein weiterer Rückgang der garantierten Verzinsung.

Der Garantiezins bestimmt, welche Rendite Lebensversicherer ihren Kunden mindestens versprechen müssen

Wegen der anhaltenden Niedrigzinsen wird es für die Unternehmen jedoch immer schwieriger, auskömmliche Renditen zu erwirtschaften. Die Folge: der Garantiezins wurde in der Vergangenheit schon mehrfach gesenkt.

Allerdings stellt der Garantiezins nur einen Teil der Rendite von klassischen Kapitallebensversicherungen dar. Hinzu kommt die Überschussbeteiligung. Halten Versicherte ihren Vertrag bis zum Ende der Laufzeit, gibt es unter Umständen weitere Bonuszahlungen: einen Schlussüberschuss sowie eine Beteiligung an den Bewertungsreserven. Beide sind aber keineswegs garantiert.

Lange Zeit galt der Garantiezins in der Lebensversicherung als verkaufsträchtiges Argument. Denn bis zum Jahr 2000 betrug dieser bis zu vier Prozent. Das ermöglichte Versicherten eine gut verzinste Altersvorsorge.

Doch aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase wurde der Höchstrechnungszins sukzessive gesenkt, zuletzt 2017 auf das Niveau von lediglich 0,9 Prozent. Das Bundesfinanzministerium überprüft den Garantiezins jährlich. Für bestehende Verträge ändert sich bei einer Senkung jedoch nichts.

Die Versicherer reagieren mit dem Vorstoß auf die Pläne der Europäischen Zentralbank (EZB). In den vergangenen Wochen hatte auch unter den Banken die Debatte darüber Fahrt aufgenommen, dass unter den Lasten der EZB-Niedrigzinspolitik womöglich auch Kleinsparer zurückstecken müssen.

Die EZB wird nach Einschätzung von Experten an diesem Donnerstag ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Lockerung der Geldpolitik beschließen.

Experten erwarten ein ganzes Bündel an Schritten zur Stützung der Konjunktur, darunter einen höheren Strafzins für Einlagen der Banken bei der Notenbank. Das heißt: Banken, die überschüssige Liquidität bei der EZB halten, zahlen künftig einen noch höheren Minuszins.

Für EZB-Chef Mario Draghi ist es bereits das vorletzte Zinstreffen. Ende Oktober läuft seine Zeit am Steuer der Euro-Notenbank nach acht Jahren ab.

Das komplette Interview lesen Sie hier:

Quelle: handelsblatt.com

 

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