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Anlageprofi: Psychologie kostet Prozente

Investoren stehen sich oft selbst im Weg. Wallrich-AM-Chef Stefan Wallrich erklärt, wie psychologische Verhaltensmuster die Geldanlage beeinflussen und wie Investoren Fallen vermeiden.

Die menschliche Psyche sorgt immer wieder für Fehlentscheidungen an der Börse, sagt Stefan Wallrich, Vorstand des Frankfurter Vermögensverwalters Wallrich Asset Management. Dass Aktienkurse so stark nach oben und unten über das Normalmaß hinausschießen können, zeige schon: den rationalen “homo oeconomicus” gibt es nicht. “Stattdessen ist das Anlageverhalten der Investoren immer auch durch individuelle Motive, Einstellungen und Bewertungen sowie vielfältige psychische und physische Reaktionen gekennzeichnet.”

Bestimmte gefühlsgesteuerte Verhaltensmuster beobachten Wissenschaftler bei Sparern und Vorsorgern immer wieder. Steigen die Kurse ihrer Anlagen, dann fühlen sich Anleger bestätigt und feiern Gewinne als selbstverursachten Erfolg. Bei Kursverlusten suchen sie die Schuld dagegen eher bei anderen, oder noch schlimmer: Sie blenden Negativinformationen ab einem gewissen Zeitpunkt geflissentlich aus, weil ja nicht sein kann, was nicht sein darf. Außerdem neigen Anleger zu Herdenverhalten. Nach einer längeren Negativphase trennen sie sich oft panisch von Aktien, in einer Übertreibungsphase steigen dagegen viele viel zu spät wieder ein.

Antizyklisches Anlegen
Wallrich rät Anlegern, ihr Verhalten bewusst umzukehren und Kursschwankungen als Chance zu verstehen und für eine antizyklische Anlagestrategie zu nutzen. Hat sich der Aktienanteil im Depot durch Kursverluste verringert, empfiehlt der Experte, in zusätzliche Dividendenpapiere zu investieren. Analog rät er bei steigenden Kursen, die Aktiengewichtung im Depot automatisch zu reduzieren. “Regelbasiert umgesetzt führt das konsequente Rebalancing zwangsläufig zu antizyklischem Verhalten an der Börse.” (fp) 

Quelle: fondsprofessionell.de

 

Wie ticken Sie bei der Geldanlage?

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Private Equity – Auf dem besten Weg zum Standard-Baustein

Drei Entwicklungen haben die Anlageklasse in den vergangenen Jahren geprägt. Jetzt steht ein großer Schub durch Privatanleger bevor.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde mit der „American Research and Development Corporation“ (kurz ARD) der erste Private-Equity-Fonds aufgelegt. Während sich seitdem die Fondsstrukturen immer weiterentwickelten, fanden zunächst öffentliche Einrichtungen, schließlich auch Pensionsfonds und Universitäten Gefallen an den Investitionsmerkmalen der Anlageklasse. Vor allem die Stiftungen US-amerikanischer Eliteuniversitäten setzen seit vielen Jahren besonders stark und erfolgreich auf Private Equity.

Heute zählen sämtliche institutionelle Investoren sowie sehr vermögende Privatpersonen zu den Geldgebern der Fonds. Für sie ist Private Equity über die vergangenen Jahrzehnte hinweg zum Standard-Baustein gereift. Zuletzt haben drei Entwicklungen die Anlageklasse weiter gestärkt. Dies könnte Private Equity nun auch den Durchbruch bei Privatanlegern bescheren.

Die Anzahl schwacher Fonds nimmt ab – Performanceunterschiede gleichen sich an

Private Equity bietet langfristig die höchsten Renditen im Vergleich zu gängigen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder anderen festverzinslichen Anlagen. Konstant hohe Performancewerte erzielten allerdings lange Zeit nur die besten Private-Equity-Fonds und Investoren waren auf den exklusiven Zugang zum sogenannten Top-Quartil angewiesen. Denn insbesondere um die Jahrtausendwende gab es auch einige schwächere Fonds. Die Anzahl dieser Fonds hat allerdings über die Jahre hinweg deutlich abgenommen. Im Top-Quartil hat eine gestiegene Markttransparenz dafür gesorgt, dass extrem gute Deals weniger verbreitet sind. So hat insgesamt die einst hohe Spannweite zwischen den schwachen und starken Fonds abgenommen. Das bedeutet: Es gibt kaum noch Abschreibungen und gleichzeitig eine etwas geringere Anzahl der sehr begehrten Ausreißer. Vielmehr zeigt sich heute im Gesamtbild ein sehr breites Feld an guten Private-Equity-Fonds, die ihren Investoren beachtliche Renditen bieten. Die Anlageklasse ist insofern homogener und berechenbarer geworden. Unter diesem Eindruck gewinnt sie auch unter Privatanlegern mehr und mehr an Attraktivität.

Die Akzeptanz für Private Equity auf Seiten der Unternehmen ist stark gestiegen.

Unternehmen zeigen sich heute deutlich offener gegenüber Private-Equity-Finanzierungen. Neben der Kapitalhilfe haben sie vor allem auch die fachliche Unterstützung auf strategischer und operativer Ebene zu schätzen gelernt und die Ablehnung aufgrund althergebrachter Vorurteile abgelegt. Ein ausschlaggebender Grund dafür ist die längere Haltedauer der Beteiligungen durch die Fonds. Sie bieten den Unternehmen so mehr Stabilität und die nötige Zeit sowie Unterstützung für langfristiges Wachstum. Für die Private-Equity-Fonds und deren Investoren lohnt sich die längere Haltedauer ebenfalls: Die Kosten für Steuern, Berater und Anwälte etwa für ständige Käufe und Verkäufe gehen zurück. Zudem ist die Flexibilität, auf den optimalen Verkaufszeitpunkt warten zu können, höher. Nicht zuletzt waren viele Unternehmen, die etwas mehr Zeit für eine Entwicklung benötigen, lange Zeit nicht für eine Beteiligung interessant. Der längere Anlagehorizont erlaubt es nun, diese Potentiale zu heben und erweitert so die Investitionsmöglichkeiten am Markt.

Diversifikationsmerkmale machen Private Equity zum Standard-Baustein

Die Kapitalzuflüsse in Private-Equity haben in den vergangenen Jahren stetig neue Rekorde erreicht. Viele Investoren wollen den Anteil im Portfolio zudem weiter erhöhen. Dies ist sicher auf die langfristig gute Performance zurückzuführen. Doch auch die Entwicklung in schwächeren Marktphasen spielt eine große Rolle. Hier ist privates Beteiligungskapital nicht allen Auswirkungen des Kapitalmarktes ausgesetzt bzw. können die Fondsmanager mit ihren hohen Einflussmöglichkeiten schnell Maßnahmen ergreifen und reagieren, ohne Beteiligungen abstoßen zu müssen. Hier hat die Branche über die Jahre gelernt. Bereits die Finanzkrise wurde sehr viel besser bewältigt als die Zeit nach dem Platzen der Dotcom-Blase nach 2001. Auf kommende Konjunkturschwankungen sind die Fonds nun so gut vorbereitet wie nie zuvor. Viele Investoren wollen daher den Private-Equity-Anteil nicht bloß aus Renditegründen weiter erhöhen. Sie schätzen auch die Diversifikationsmerkmale.

Für sämtliche institutionelle Investoren und vermögende Privatpersonen gehört Private Equity zum Standardrepertoire. Für Privatanleger ist die Investition in einzelne Private-Equity-Fonds kaum möglich. Sie erhalten den Zugang zur Anlageklasse mit Dachfonds. Die sind auf die Sicherheitsbedürfnisse von Privatanlegern zugeschnitten und bieten ihnen einen wichtigen Vorteil: Mit Dachfonds können sie ihr Geld über eine Vielzahl von Private-Equity-Fonds breitgestreut in hunderte Unternehmen weltweit investieren. Das Risiko sinkt so auf ein Minimum.

Professionelle Investoren haben zuletzt so viel Geld wie nie zuvor in Private Equity investiert. Die Branche ist sich nun sicher, dass der nächste Schub durch den breiten Zulauf von Privatanlegern bevorsteht. Denn sie werden sich nicht länger die überzeugenden Investitionseigenschaften der Anlageklasse entgehen lassen. Gute Anlagelösungen sind mit sicherheitsorientierten Private-Equity-Dachfonds bereits vorhanden.

Quelle: Bain & Company, Inc.: Global Private Equity Report 2018, RWB

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Was taugt die neue Anlageklasse Private Equity?

Weltweit in Unternehmen investieren und langfristig überdurchschnittliche Renditen erzielen: Das ermöglicht Private Equity. Nach Rückschlägen hat sich die illiquide Anlageklasse zum Rückgrat des Beteiligungsmarktes entwickelt.

Von der Nischenanlage zur etablierten Investmentklasse: Private Equity boomt. Während das in derartige Fonds angelegte Kapital 1995 noch rund 200 Milliarden Dollar betrug, hat sich der Betrag inzwischen mehr als verzehnfacht. Demnach lag das Investitionsvolumen im Juni vergangenen Jahres weltweit bei etwa 2,83 Billionen Dollar.

Auch in Europa und in Deutschland ist die Anlageklasse seit einigen Jahren stetig auf dem Vormarsch. Laut dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften sind aktuell etwa 300 Beteiligungsgesellschaften in der Bundesrepublik tätig. Jährlich werden rund 1000 Unternehmen mittels Private Equity finanziert. Es geht also nicht nur um Renditen für Anleger. Für viele Familienunternehmen ist Private Equity zu einer wichtigen Finanzierungsquelle geworden. Das Investitionsvolumen betrug hierzulande zwischen 2013 und 2017 etwa 37 Milliarden Euro.

War Private Equity (PE) in der Vergangenheit eher etwas für institutionelle Anleger, so können inzwischen auch Privatanleger in diverse Fonds oder Dachfonds dieser Anlageklasse investieren, die jedoch nicht für kurzfristige Engagements taugt.

Es handelt sich um eine illiquide Anlageklasse: PE-Fonds investieren in verschiedene Unternehmen, helfen bei der Umstrukturierung und ziehen ihren Gewinn aus dem Verkauf der Beteiligung frühestens nach fünf bis zehn Jahren.

In der Regel funktioniert das so, dass Anleger Beteiligungszusagen geben, die von den Fonds erst dann abgerufen werden, wenn eine Unternehmensbeteiligung realisiert wird. Wenn Anleger ihre Zusage beispielsweise wegen Geldmangels revidieren, kommt oft ein Sekundärmarkt zum Zuge, der solche Beteiligungszusagen mit Abschlägen kauft und so den Finanzierungserfolg des PE-Fonds sicherstellt.

Private Equity in Deutschland zunehmend bekannter

Dass die Anlageklasse jedoch nicht immer so erfolgreich war, zeigt der historische Rückblick: Private Equity gilt zwar einerseits als eine der ältesten Finanzierungsformen überhaupt. Die dazugehörige Asset-Klasse hat sich jedoch erst in den 1980er-Jahren in den USA entwickelt. Auch in Asien gibt es inzwischen zahlreiche PE-Fonds.

Einige Tiefschläge musste die Branche sowohl nach dem Platzen der New-Economy-Blase im März 2000 einstecken als auch nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008. Auch Private Equity unterliegt Schwankungen wie auf den Aktienmärkten, ist allerdings langfristig rentabler. Seit knapp fünf Jahren bewegt sich Private Equity allerdings wieder in einem länger anhaltenden Aufschwung.

Auch deutschen Familienunternehmern ist die Anlageklasse inzwischen ein Begriff, wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zeigt: Während 2011 nur etwa neun Prozent der Befragten Private Equity überhaupt definieren konnten, hat sich die Quote mittlerweile mehr als versiebenfacht.

Kein Wunder, bringt diese Anlageklasse den Investoren doch nach bisheriger Erfahrung eine Überperformance von durchschnittlich drei bis fünf Prozent pro Jahr ein.

Dass das Kapital bei der Anlageklasse so lange gebunden ist, wird von einigen potenziellen Investoren oftmals kritisiert. Umgekehrt wird jedoch genau diese Flexibilität vielen Anlegern, die etwa ein Aktiendepot besitzen, häufig zum Verhängnis. Durch wiederholte Umschichtungen schneiden sie am Ende meist schlechter ab als der Durchschnitt. Bei Private Equity können die Investoren hingegen gar nicht erst in diese Versuchung geraten und am Laufzeitende die volle Rendite ausschöpfen.

Markt von Konzentrationsprozess geprägt

Allgemein kann beim Private Equity zwischen zwei verschiedenen Investitionsarten unterschieden werden: den Mainstream-Investments in milliardenschwere Bluechip-Fonds und Investitionen in ausgewählte Fonds aus dem Fundus der über 5000 ungelisteten Fonds-Manager weltweit. Während der erste Weg zwar stabile, aber auch eher moderate Renditen bereithält, können die erfahrenen Fonds-Manager bei der zweiten Variante meist eine deutliche Überperformance erzielen.

Auch der weltweite Private-Equity-Markt teilt sich im Wesentlichen in zwei Lager. Während nur wenige der aufgelegten Fonds einen Großteil des weltweiten Private-Equity-Kapitals halten, splittern sich die übrigen Investitionen auf Hunderte weiterer Fonds. Demnach warben von den 2016 rund 1000 aufgelegten Private-Equity-Fonds allein die 20 größten über ein Drittel des gesamten globalen Kapitals ein. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung der Beratungsgesellschaft Mackewicz und Partner hervor.

Um mit Private Equity Erfolg haben zu können, sollten potenzielle Investoren einige Grundregeln beachten. So ist es ratsam, konsequent in die besten Fonds zu investieren. Denn: Die Unterschiede zwischen den besten und den schlechtesten Private-Equity-Fonds sind deutlich größer als etwa bei Aktienfonds. Zudem sind Investitionen in Anlagen mit verschiedenen Auflagejahren sinnvoll, da auch private Beteiligungen konjunkturabhängig sind.

Dass Private Equity weiter an Zulauf gewinnen wird, ist gesetzt: Laut der PwC-Studie glauben drei Viertel der befragten Familienunternehmer, dass die Anlageklasse global weiter an Bedeutung gewinnen wird. In Bezug auf den deutschen Markt stimmen dieser Prognose zwei Drittel der Unternehmer zu.

 

Quelle: welt.de

Fünf Gründe, warum sich viele Anleger so absurd verhalten

Dass es den Homo Oeconomicus nicht gibt, wissen wir längst, aber auch der gesunde Menschenverstand ist bei der Kapitalanlage vieler Investoren bestenfalls Zaungast.

Jason Zweig zählt zu den bekanntesten Kolumnisten (“Intelligent Investor”) des Wall Street Journals.  Er berichtet seit den 1980er-Jahren über Finanzmärkte und Kapitalanlage und hat auch eine Vielzahl von Büchern zu dem Thema verfasst. Zweig, der ein Anhänger des Value-Investments ist – ein Anlagestil, den auch Warren Buffett pflegt – schrieb bereits 2007 ein Buch namens “Your Money and Your Brain: Become a Smarter, More Successful Investor – the Neuroscience Way” (in der Übersetzung heißt es: “Gier. Neuroökonomie: Wie wir ticken, wenn es ums Geld geht.”)

Dort versucht er darzulegen, warum bei der Geldanlage immer und immer wieder dieselben Fehler gemacht werden und zwar auch von ein und demselben Sparer. Warum gibt es bei diesem Thema keine Lernkurve? Wie die Neurowissenschaft herausgefunden hat, steckt das Problem ganz tief in unserem Gehirn.

Der Mensch ist kein “geborener Investor”. Ausgerechnet jene Verhaltensweisen, die unsere Spezies über viele Jahrtausende überleben ließen, machen uns zu programmierten Verlierern. Und zwar auch dann, wenn wir uns dessen bewusst sind. Wer in einer Massenpanik als erster lossprintete, hatte die größten Überlebenschancen – allerdings gilt das nur für Angriffe durch feindliche Gruppen. An der Börse verschleudert man so mitunter die besten Aktien und Fonds.

Prüfen Sie selbst, wie frei Sie von den immer wiederkehrenden klassischen Fehlern der Geldanlage tatsächlich sind. Und vielleicht hängen Sie sich diese Punkte über Ihren Schreibtisch und fragen sich VOR jeder Entscheidung, ob Sie nicht gerade wieder einem Verhaltensmuster aus der Steinzeit folgen.

Die immer wiederkehrenden klassischen Fehler der Geldanlage

1. Jeder weiß, dass man billig kaufen und teuer verkaufen soll – tatsächlich kaufen wir alle zu oft teuer, um anschließend zu Tiefstkursen auszusteigen.

2. Jeder weiß, dass es nahezu unmöglich ist, den Markt zu schlagen – trotzdem versuchen sehr viele Jahr für Jahr genau das.

3. Jeder weiß, dass Panikverkäufe eine schlechte Idee sind, wenn dann ein Unternehmen aber bekannt gibt, dass man statt 24 Cent nur 23 Cent pro Aktie verdient hat, kann das seinen Börsenwert binnen zwei Minuten um fünf Milliarden US-Dollar verringern.

4. Jeder weiß, dass Wall-Street-Strategen nicht vorhersagen können, wohin der Markt gehen wird – dennoch verfolgen Anleger gespannt jedes Wort, das diese Analysten im TV von sich geben.

5. Jeder weiß, dass die Jagd nach “heißen” Aktien oder Fonds ein sicherer Weg in Richtung Verlust ist – trotzdem verbrennen sich jedes Jahr Millionen Anleger an dieser Flamme. Viele davon, obwohl sie sich wiederholt geschworen haben, nie wieder in diese Falle zu laufen.

Quelle: Jason Zweig, “Your Money and Your Brain: Become a Smarter, More Successful Investor – the Neuroscience Way”

Wie man Geld für den Nachwuchs anlegt

Wie spart man Geld für Kinder an? Das fragen sich viele Eltern und Großeltern. Spezialprodukte sind da eine schlechte Wahl, sie kosten viel und bringen wenig. Es geht viel einfacher und besser

Wer Kinder hat, denkt ja immer an morgen: Wo wollen sie wohl man hin, wenn sie groß sind? Und was wird mal aus ihnen? Hoffentlich wachsen sie gesund auf und können sich später ihre Träume und Wünsche erfüllen. Ein Auslandsstudium vielleicht oder zumindest mal die erste Wohnungseinrichtung. Wer weiß. Sie sollen es auf jeden Fall einmal gut haben und nicht mit leeren Händen dastehen. Deshalb könnte man ja schon einmal anfangen, für sie zu sparen, oder? Das ist natürlich immer eine gute Idee. Meist scheitert es aber an der Umsetzung.

Denn in der ersten Zeit sind Eltern mit vielem beschäftigt, mit dem Wachen, Wickeln, Kümmern, sie müssen ihr ganzes Leben neu organisieren. Klar, dass sie dabei über alles lieber nachdenken als darüber, wie man nun auch noch die Finanzen neu sortiert. Viele sind erst einmal froh, wenn nach dem Wegfall eines Verdieners und der Neuanschaffung von Kinderwagen, Babymöbeln und Strampelsets überhaupt genügend bleibt. Deshalb schieben sie die Sparfrage erst einmal auf – oft jahrelang. Auch Großeltern würden Eltern und Enkel gern finanziell unterstützen, wissen aber oft nicht wie.

Es gibt zwei zentrale Hinweise in dieser Phase: Erstens, Kindersparen muss beileibe nicht kompliziert sein, auch wenn sich Kapital bei den derzeitigen Niedrigzinsen kaum noch von selbst vermehrt. Notfalls kann man auch schon mal das Taufgeld auf ein einfaches Festgeldkonto legen – wo es im besten Fall 1,8 Prozent Zinsen bringt. Oder besser per Dauerauftrag einen kleinen Sparplan bei einer Bank oder Fondsgesellschaft anlegen, wie das am besten geht, erklären wir gleich. Beides ist allemal besser, als zu warten, bis das Kind kurz vorm Abitur steht und erst dann die Sparfrage angeht. Genau das passiert aber vielen Eltern, beobachtet Finanzberaterin Stefanie Kühn, die ein Buch übers Kindersparen geschrieben hat: „Es hapert oft beim Anfangen – und plötzlich steht schon die Ausbildung der Kinder an.“ Spätestens dann brauchen der Nachwuchs oder seine Eltern Geld.

Versicherungslösungen sind nicht empfehlenswert

Noch wichtiger: Vergessen Sie spezielle Kinderprodukte! Vor allem jegliche Art von Versicherungen sowie Bausparverträge! Auch wenn Banken und Versicherungen junge Eltern umgehend mit Prospekten bombardieren, in denen sie maßgeschneiderte Kindersparprodukte mit allerlei putzigen Namen anpreisen von Biene Maja bis zu Tabaluga. Dahinter stecken entweder Babysparbücher, die zurzeit so viel Zinsen abwerfen, dass man das Geld auch gleich in ein Marmeladenglas stecken könnte. Oder – noch schlimmer – Lebens- oder Ausbildungs- oder Kombiversicherungen, die gleich drei Dinge in einem sind: ziemlich teuer, wahnsinnig unflexibel und völlig unlukrativ. Sie sind schlicht unnötig. Deshalb warnen auch Verbraucherschützer davor.

Was genau ist das Überflüssige an solchen Produkten? Fangen wir mit den Kinderpolicen an: Solche „Schutzbriefe“ und „Vorsorgekonzepte“ werben damit, den Nachwuchs gegen vielerlei Risiken abzusichern: gegen Unfall und Krankheit, Berufs- oder Schulunfähigkeit. Außerdem sollen sie Kapital für die Ausbildung anhäufen und später einmal als Altersvorsorge dienen. Manche Anbieter sagen das direkt, bei anderen muss man länger fahnden, was genau dahinter steckt. Der Cosmosdirekt-Kindersparplan etwa, der auf den ersten Blick als Sparkonto daherkommt, ist im Kern eine private Rentenversicherung, bei der bis zum Renteneintritt des Kindes gezahlt werden muss. „Verkauft werden solche Policen zuhauf“, sagt Kühn. Es klingt ja auch nach einer praktischen Lösung, mit einem einzigen Produkt sämtliche Lebensrisiken der Kinder abzudecken. Nichts fürchten Eltern schließlich mehr, als dass ihnen etwas zustößt. Genau mit dieser Angst rechnen die Versicherer.

Mehr noch: Weil sie natürlich all die Unwägbarkeiten eines ganzen Kinderlebens in ihre Policen mit einkalkulieren müssen, fließen bei solchen Produkten, die oft 67 Jahre Laufzeit haben, manchmal sogar auch 85 Jahre, so horrend hohe Sicherheitsabschläge in Risikoabsicherungstöpfe, dass da zum Sparen nicht viel Geld übrig bleibt. Für den Versicherer dagegen zahlen sich solche Policen aus. „Von solchen Versicherungslösungen raten wir dringend ab“, sagt Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. „Vor allem eignen sie sich nicht dazu, Kapital aufzubauen, denn sie sind teuer und wenig flexibel.“

„Sparen und Versichern sollte man immer trennen!“

Noch fataler ist, wenn Großeltern solche Rundum-Versicherungen für ihre Enkel abschließen. Denn die Gefahr, dass Oma und Opa nicht einzahlen, bis die Enkel erwachsen sind, weil sie vorher sterben, lassen sich Versicherer üppig bezahlen mit noch schlechteren Konditionen. Und werden die Policen vorzeitig gekündigt, weil das Kind als Dreißigjähriger andere Vorstellungen vom Sparen und vom Leben hat, sind die Verluste enorm. Deshalb rät der Verbraucherschützer: „Sparen und Versichern sollte man immer trennen!“ Fürs Kind zu sparen ist eine gute Sache. Bevor man aber 65-jährige Renten- oder Unfallpolicen auf den Nachwuchs abschließt, sollten lieber die Eltern für wenige Euro monatlich eine Risikolebensversicherung für sich selbst abschließen und natürlich eine Berufsunfähigkeitsversicherung haben, falls ihnen etwas zustößt – dann ist das Kind finanziell ebenfalls abgesichert.

Aber Bausparen sei doch etwas Solides, denken viele. In Wirklichkeit sind Bausparverträge sehr starr und zweckgebunden. Und wer weiß schon, ob das Kind mal ein eigenes Haus haben will oder überhaupt irgendwo sesshaft wird? Natürlich kann man das gesparte Geld auch für Renovierungen verwenden oder für etwas ganz anders, beispielsweise ein eigenes Auto. Aber mal ehrlich: Wie sinnvoll ist es, jahrzehntelang Geld für 0,1 bis allerhöchstens 0,5 Prozent Zinsen auf ein Konto zu zahlen, wenn das Kind dafür später nicht einmal in den Genuss eines günstigen Immobilienkredits kommt, weil es den gar nicht will? Genau dafür ist das Bausparen ja eigentlich gedacht. Auf 40 Jahre im Voraus solche Zinswetten einzugehen, ergibt überhaupt keinen Sinn. Und das statistische Durchschnittsalter deutscher Hauskäufer liegt bei eben diesen 40 Jahren.

Stattdessen gibt es drei Regeln: Erstens, frühzeitig anfangen. Zweitens, konsequent dranbleiben. Und drittens, im eigenen Namen anlegen, so raten Finanzexperten.

#1 Frühzeitig anfangen

Wer allzu lange zögert, verspielt einen Großteil des Zinseszinseffekts und genau der macht es einfacher, bis zur Volljährigkeit des Kindes einen ansehnlichen Betrag anzusparen. Wenn Eltern erst beginnen monatlich 100 Euro beiseitezulegen, sobald das Kind zehn Jahre alt ist, kommen bis zum 20. Geburtstag – auch ohne jegliche Zinsen – 12.000 Euro zusammen. Werden auf die Sparbeträge zwei Prozent Zinsen gezahlt, werden daraus 13.300 Euro.

Beginnt der Sparplan aber bereits mit der Geburt, so ergibt sich ein Endkapital von 29.500 Euro, davon sind allein 5500 Euro nur Zinsen, wenn man ebenfalls von zwei Prozent ausgeht. Je mehr Rendite eine Anlage abwirft, desto größer fällt dieser Zinseffekt aus: Bei sechs Prozent Rendite stehen nach 20 Jahren ansehnliche 45.500 Euro auf dem Konto. Also schon 20.000 Euro mehr als man eigentlich eingezahlt hat.

Nun sind aber schon zwei Prozent Zinsen mit reinen Sparanlagen zurzeit schwer zu bekommen. Die besten Angebote für Langfrist- und Sparplansparer machen momentan die Umweltbank (1,33 Prozent Zinsen für 20 Jahre Sparzeit) und die Deutsche Bank (1,2 Prozent). Es ist aber davon auszugehen, dass die Zinsen demnächst wieder steigen, wenn die Zentralbanken endlich ihre Niedrigzinspolitik aufgeben, was sie bereits mehrfach in Aussicht gestellt haben. Wer bereits jetzt einen höheren Betrag fürs Kind beisammen hat, etwa durch die Geldspenden der Großeltern, der kann ihn auch für zehn Jahre für 1,8 oder 1,85 Prozent auf ein Festgeldkonto legen, zum Beispiel bei der Cronbank oder der Frankfurter Eurocity Bank.

Die sechs Prozent Rendite dagegen sind gar nicht so unwahrscheinlich. Dafür muss man sich nur an einen Gedanken gewöhnen: Daran, dass Geld besser für die Kinder arbeiten kann, wenn es beweglicher ist und nicht starr auf einem Sparkonto vor sich hinvegetiert. Viele Eltern streben bei den Geldanlagen für ihre Kinder zu sehr nach Sicherheit und meiden daher kapitalmarktnähere Anlageformen. Genau das aber ist ein Fehler. Denn gerade weil die Sparphase so lang ist und 10, 20, gar 30 Jahre betragen kann, ist eine Fondssparanlage die ideale Form. Denn auf solche Zeiträume lässt sich jede Krise am Aktienmarkt locker aussitzen und am Ende in eine ansehnliche Rendite verwandeln.

Die Wahl des passenden Sparprodukts hängt nämlich vor allem auch davon ab, wie viel Zeit bis zum geplanten Auszahlungstermin bleibt und wie flexibel dieser Termin ist. Ist der Nachwuchs schon in der Pubertät und möchte auf den Führerschein hinsparen, dann sollte man eine möglichst sichere Sparform wählen wie Tagesgeldkonto (derzeit maximal 1 Prozent Zinsen) oder Festgeld. Angeblich hoch verzinste Spezialangebote wie das Mäusekonto der Hamburger Sparkasse (Haspa) sind hier keine Option: Es bringt Kindern nur bis 14 Jahre zurzeit drei Prozent Zinsen pro Jahr – aber das auch nur bei einem Anlagebetrag von höchstens 500 Euro. Darüber liegt der Zins bei kaum noch existenten 0,03 Prozent. Zudem kann er jederzeit auch sinken.

Ist das Kind dagegen noch klein und benötigt man das Geld nicht zu einem bestimmten Termin, dann ist ein Sparplan auf einen Indexfonds (ETF) auf einen breiten Aktienindex wie den Weltaktienindex MSCI World oder den deutschen Dax die beste Idee. Das ist die flexibelste Art zu sparen, und gleichzeitig eine höchst gewinnbringende. Denn sie ergibt auf lange Sicht – das heißt nach 10, 15 Jahren – im Schnitt eine Rendite von eben jenen rund sechs Prozent jährlich ab oder sogar mehr. Dafür aber muss man unbedingt Regel zwei befolgen.

#2 Konsequent dranbleiben

Das Wort „Risiko“ klingt für viele bedrohlich. Und tatsächlich sehen viele die Aktienmärkte – und damit auch Aktienfonds – als äußerst riskantes Unterfangen. Als Ort jedenfalls, an dem man das Zukunftskapitals seines Kindes nicht unbedingt verbrennen möchte. Das Gegenteil davon ist aber der Fall, wenn man beherzigt, dass man nicht nur breit gestreut auf eine große Zahl von Aktien setzt (mit eben jenen Indexfonds auf MSCI World oder Dax) und wenn man einfach sehr lange dabei bleibt.

Denn das Prinzip ist: Auch wenn die Aktienmärkte zwischenzeitlich mal den Rückwärtsgang einlegen – meist holen sie solche Dellen recht schnell wieder auf. Daher erleiden Anleger am Kapitalmarkt keine Verluste, so lange sie ihre Aktien und Fonds in den schlechten Zeiten einfach halten und auf steigende Kurse warten. Tatsächlich zeigt die Statistik des Deutschen Aktieninstituts: Mit einem Indexfonds auf den deutschen Aktienindex erlitten Anleger seit 1960 noch nie Verluste, wenn sie ihre Papiere nur länger als zwölf Jahre behielten. Völlig egal, wann sie kauften oder verkauften.

Was verbirgt sich nun hinter diesem Fonds und ETFs? Darin stecken zwar einzelne Aktien, die steigen und fallen können, doch man kauft sehr viele verschiedene Aktien im Paket. Wenn einzelne Papiere tatsächlich an Wert verlieren, gleichen viele andere das oft wieder aus. Die Aktienmischungen in Indexfonds sind dabei genau so zusammengesetzt wie der dazugehörige Börsenindex. Klettert also der Börsenindex, steigt eins zu eins auch der Wert des ETFs.

Mit einem Dax-ETF wettet man also darauf, dass sich die 30 größten Firmen der deutschen Wirtschaft positiv entwickeln. Und dass die innerhalb der kommenden 20 Jahre so überhaupt kein Wachstum erleben werden, ist doch höchst unwahrscheinlich. Auf Sicht von 50 Jahren erzielten Anleger mit deutschen Standardwerten stets eine Rendite von sechs bis acht Prozent pro Jahr. Fonds zahlen sich also enorm aus, wenn man lange genug dabeibleibt.

Praktisch sind sie zudem, wenn man einen Sparplan einrichtet: Man bekommt solche Sparpläne bei jeder Direktbank, dort eröffnet man ein Depot. Dann wird jeden Monat ein bestimmter Betrag automatisch vom Girokonto abgebucht und es werden Fondsanteile davon gekauft. Die Kosten für Depot und die laufenden Fondskosten sind klein. Und die monatlich abgebuchte Summe kann man auch jederzeit anpassen oder sogar stoppen, wenn man mehr oder weniger sparen will – oder das Geld mal knapp ist.

Ganz unbeaufsichtigt sollte man das alles indes nicht lassen: „Es ist nicht sinnvoll, einen Sparplan blind durchzuziehen, bis das Kind 18 ist“, sagt Verbraucherschützer Scherfling. Spätestens wenn der Nachwuchs 14 wird, sollten die Erwachsenen die Aktienkurse checken: Ist gerade eine außerordentlich gute Aktienphase wie 2017, dann sind Eltern gut beraten, die bisherigen Fondsanteile zu verkaufen und den Erlös auf ein Tagesgeldkonto umzuschichten. Danach können sie ja weitersparen. Dumm wäre aber, wenn nun doch einmal der Markt einbricht und das ausgerechnet kurz vorm 18. Geburtstag. Dann ist erst mal Ebbe im Depot.

#3 Im eigenen Namen anlegen

Auf wen sollte nun dieses Konto oder Depot laufen? Einige Ratgeber sagen, man solle es auf den Namen des Kindes anlegen. Immer wird der Tipp verbreitet, das Konto im Namen des Kindes zu eröffnen – wozu eine Geburtsurkunde benötigt wird und die Einverständniserklärung der Eltern. Das Geld lasse sich damit auf den Nachwuchs überschreiben, die Steuerfreibeträge fürs Kind würden voll ausgenutzt und zudem erlägen die Eltern nicht der Verlockung, den Betrag selber abzuheben, wenn sich eine stolze Summe angehäuft hat. Finanzberaterin Kühn sieht das nicht so: Wer für Kinder spart solle das Geld auf jeden Fall in seinem eigenen Namen anlegen, rät sie.

Es gibt nämlich einen Haken: „Sobald das Kind 18 ist, gehört das Geld ihm. Will es das Kapital an eine Sekte verschenken, für eine Weltreise verpulvern oder Freunden leihen, können die Eltern nichts dagegen tun.“ Zudem sprechen auch finanzielle Aspekte gegen einen Übertrag: Das Kinderkapital wird nämlich bei der Ausbildungsbeihilfe Bafög angerechnet. Läuft viel Geld auf den Namen des Kindes, muss es erst einmal sein eigenes Konto bis auf einen Restbetrag von 5200 Euro abräumen, bevor es Ausbildungsunterstützung erhält.

Zudem droht Schenkungssteuer, wenn reiche Verwandte dem Kind größere Summen vermachen. Und sollten die Eltern zwischendurch etwas vom Kinderkonto abheben müssen, weil sie selber durch Unfall oder Arbeitslosigkeit in Finanznöte geraten, gilt das als Betrug – und das übertragene Geld muss nachversteuert werden.

Wer nun tatsächlich fürchtet, dass er nicht die Disziplin hat, das Kapital unangetastet zu lassen, wenn es auf seinem eigenen Konto liegt, dem hilft ein Trick: Einfach ein Zweitdepot eröffnen und es nach dem Kind benennen. Dann ist jedem klar, für wen da gespart wird.

 

Quelle: capital.de

Immer mehr Sparer sehen ungehobenes Potenzial bei ihrer Geldanlage

Wegen des Niedrigzinsumfelds

Das Niedrigzinsniveau hinterlässt bei Sparern hierzulande seine Spuren. Immer mehr Bundesbürger haben das Gefühl, nicht das Beste aus ihrem Geld zu machen. Das hat eine Studie der „Aktion Pro Aktie“ ergeben.

Das anhaltende Niedrigzinsniveau lässt die Bundesbürger zunehmen darüber sepkulieren, ob sie aus ihrem Vermögen genug herausholen. © Aktion pro Aktie

 

An einen Zinsanstieg in den kommenden zwölf Monaten glaubt hierzulande kaum einer. Nur 2 Prozent der Bundesbürger halten eine baldige Zinswende für wahrscheinlich. Dass die Zinsen dauerhaft niedrig bleiben, erwarten dagegen 64 Prozent. Der Rest glaubt an das Ende der Niedrigzinsphase innerhalb einer Spanne von „in den nächsten zwei Jahren“ bis „mehr als fünf Jahre“.

Und das hat duchaus Folgen, wie die Studie „Aktienkultur in Deutschland“ zeigt. 2.000 Bundesbürger ab 18 Jahren hat das Marktforschungsinstitut Toluna im Auftrag der „Aktion Pro Aktie“ befragt. Dahinter verbirgt sich eine Initiative der Direktbanken Comdirect, Consorsbank und ING Diba.

Welche Folgen zeichnen sich durch das anhaltende Niedrigzinsumfeld ab? Nun, 46 Prozent der Befragten glauben, nicht das Beste aus ihrem Geld zu machen. Das ist ein Plus von 6 Prozentpunkten gegenüber dem Jahr 2014. Gerade die jüngeren Umfrageteilnehmer zwischen 25 und 34 Jahren finden, sie könnten mehr aus ihrem Vermögen machen: 61 Prozent sehen hier noch Potenzial.

Das überrascht nicht, wenn man sich anschaut, wo das Geld der Sparer aktuell geparkt ist. Kurzfristige Anlagen wie Girokonto, Sparbücher und Tagesgeld nutzen laut der Studie 88 Prozent aller Befragten. Bausparverträge, Festgeld oder Anleihen besitzen 60 Prozent. Bei mehr als einem Drittel der Befragten fließt das Vermögen in eine private Rentenversicherung, Spitzenreiter ist hier die Riester-Rente vor der privaten Rentenversicherung und der betrieblichen Altersvorsorge.

Ebanfalls fast ein Drittel (30 Prozent) der Sparer hat sich Aktien zugelegt. Das ist ein Anstieg um 6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Aktienfonds nutzen 19 Prozent, Einzelaktien 12 Prozent und börsennotierte Indexfonds (Exchange Traded Funds, kurz ETFs) 5 Prozent.

Dass Investitionen in Aktien wenn überhaupt, dann nur zögerlich erfolgen, hat laut der Studie verschiedene Gründe. Zum einen hält knapp die Hälfte der Befragten Aktien für ein Spekulationsobjekt. Nur drei von zehn Deutschen betrachten Aktien als gute Geldanlage. 35 Prozent fürchten, mit einem Aktieninvestment Geld zu verlieren und 30 Prozent haben Angst, die falschen Aktien zu kaufen. Mehrfachnennungen waren dabei möglich.

 

Quelle: pfefferminzia.de

Der Schutz der deutschen Sparer bröckelt gewaltig

„Es wäre ein Unding, das deutsche System zu opfern“

Quelle: Infografik Die Welt

 

Mit dem Amtsantritt des neuen Bundesfinanzministers Olaf Scholz rückt eine zentrale Einlagensicherung in Europa näher. Die hiesige Finanzindustrie ist alarmiert. Sie beschwört den Schutz der deutschen Sparer.

Der neue Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hält die Ernennungsurkunde noch nicht in Händen, da übt die deutsche Finanzindustrie bereits gewaltigen Druck auf ihn aus. Groß ist die Sorge im Bankenlager, dass die Banken hierzulande bald für Pleitebanken in anderen EU-Ländern einstehen müssen. Das Wort, das manch einen Branchenvertreter hierzlande in Rage bringt lautet: europäische Einlagensicherung.

Hier komme auf den Bundesfinanzminister eine große Verantwortung zu, sagte Marija Kolak, die neue Präsidentin des Bundesverbands der Volksbanken- und Raiffeisenbanken (BVR): „Sein Handeln muss den Interessen der Sparerinnen und Sparer in Deutschland dienen. In deren Sinne dürfte es allerdings nicht liegen, die Einlagensicherungssysteme in Europa zu vergemeinschaften.“ Europa dürfe sich nicht weiter in eine Transferunion verwandeln.

Die einheitliche europäischen Einlagensicherung ist in Deutschland hoch umstritten. Europäische Bankenaufseher würden sie gerne einführen. Vor allem die südeuropäischen Länder drängen seit Jahren auf eine gemeinsame Haftung aller Banken, wenn ein Institut in Schieflage gerät.

 

Große Unruhe im deutschen Bankenlager

 Gerne ist von einer „Vergemeinschaftung der Einlagensicherung“ die Rede. Sie wird als zentraler Bestandteil der seit Langem angestrebten Bankenunion in Europa gesehen. Nicht mehr jeder Steuerzahler soll für Pleitebanken einstehen, sondern die Banken sich gegenseitig zur Hilfe kommen und Ausfälle auffangen.
Einige Aussagen der jüngeren Vergangenheit haben die Unruhe im Bankenlager erhöht. Dazu gehörten Berichte, wonach Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), den Euro-Finanzministerin Anfang der Woche empfohlen haben soll, mit den Vorbereitungen für die Sparer-Einlagensicherung zu beginnen. Die damit zusammenhängenden Risiken hätten signifikant gesenkt werden können. Der Zeitpunkt sei günstig. Nochmalige Verzögerungen müssten vermieden werden.
„Der politische Druck auf Deutschland, den Weg zu einer gemeinsamen zentralen Einlagensicherung zu öffnen, verstärkt sich aktuell“, konstatierte BVR-Vorstandsmitglied Gerhard Hofmann. Bis heute gebe es jedoch keine Auswirkungsstudie, die dokumentieren würde, warum ein „European Deposit Insurance Scheme“, kurz Edis, notwendig wäre.
Gerade in Deutschland würden Kunden durch eine zentrale Einlagensicherung nicht besser sondern schlechter gestellt. „Die Sicherungshöhe für Einlagen würde überall auf 100.000 Euro abgesenkt“, so Hofmann. Die EU-Kommission ignoriere bei ihrem Streben nach einer einheitlichen Regelung einfach, dass allein in Deutschland rund 80 Millionen Kunden durch ein Institutssicherungssystem geschützt würden – nämlich durch das der Genossenschaftsbanken und der Sparkassen. Kommt es bei einem dieser Institut zu Problemen, wird es von einem anderen aufgefangen.

Auch für Kunden der privaten Banken gilt in der Regel eine Sicherungsgrenze, die dank einer freiwilligen Zusatzsicherung weit oberhalb der heute schon gesetzlich vorgeschriebenen 100.000 Euro liegt. Wird dieses System geändert, trifft dies laut BVR-Vorstand Hofmann Firmenkunden stärker als Privatkunden. „Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen haben vorübergehend Guthaben in Höhe von mehr als 100.000 Euro“, sagte er.

Bislang hat jedes Land seinen – unterschiedlich gefüllten – Sicherungstopf. Dies wird gerne als ein Argument für die Vergemeinschaftung gesehen. Auch der deutsche Topf mit seinen 5,6 Milliarden Euro wird bei einer größeren Schieflage kaum zur Entschädigung aller Kunden reichen. Zwar gibt es eine Nachschusspflicht für die Institute, die in Deutschland dem Sicherungssystem angeschlossen sind, doch auch deren Belastbarkeit kann an Grenzen stoßen.

 

Im Süden gibt es viele faule Kredite

Schon unter Scholz-Vorgänger Wolfgang Schäuble (CDU) wehrte man sich hierzulande dennoch gegen ein europaweites System. Bevor es eine weitere Vergemeinschaftung geben könne, müssten die Altlasten in den Bankbilanzen abgebaut werden, hieß es stets. Der geschäftsführende Bundesfinanzminister Peter Altmaier (CDU) übernahm zuletzt diese Haltung: „Wir haben sehr deutlich gemacht in den letzten vier Monaten, dass für uns ein Fortschritt möglich ist, wenn wir bei der Risikoreduzierung vorankommen“, sagte er zu Wochenbeginn. Er will die Einführung an harte Bedingungen knüpfen, unter anderem an eine noch festzulegende Obergrenze für faule Kredite.

Noch ist bei diesem Punkt aus deutscher Sicht viel zu tun. Auf insgesamt rund 760 Milliarden Euro beziffert die EZB die Gesamtsumme der Darlehen, deren Rückzahlung seit 90 Tagen oder länger aussteht. Seit Anfang 2016 gab es zwar einen Rückgang um 200 Milliarden Euro. In Problemländern, vor allem aus dem Süden, ist das Volumen der Altlasten aber weiterhin sehr hoch.

Erst vergangenen Sommer konnte die spanische Banco Popular nur durch eine eiligst vollzogene Übernahme durch die Großbank Santander vor dem Kollaps gerettet werden – womit der Allgemeinheit die Überweisung eines hohen Rettungsbetrages erspart blieb.

Quelle: Infografik Die Welt

Nichtsdestotrotz hält eine Gruppe von Ländern, allen voran Frankreich und Italien, aber auch Griechenland, Portugal und Spanien, den Zeitpunkt bereits jetzt für gekommen, den Prozess der schrittweisen Einführung der Einlagensicherung zu starten. Die Fortschritte seien ausreichend, die Risikoteilung könne bereits erfolgen, auch wenn die Risikoreduzierung noch nicht abgeschlossen sei.

 

Scholz berät sich mit den Franzosen

Wobei es auch deutsche Vertreter gibt, die eine zügige Umsetzung der EU-Einlagensicherung fordern. Zu ihnen gehört Klaus Regling, Chef des Euro-Rettungsfonds ESM. Die Einlagensicherung sei im Interesse der Eurozone als Ganzes. Wenn es in der Vergangenheit ein gemeinsames System gegeben hätte, wären die ESM-Rettungsprogramme kleiner gewesen. „Eine Menge Geld ist an die Banken geflossen“, sagte er.

Ende dieser Woche will Olaf Scholz, dann mit Ernennungsurkunde ausgestattet, seinen französischen Finanzministerkollegen Bruno Le Maire in Paris treffen, um den Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 22. und 23. März vorzubereiten. Dort soll das Thema Einlagensicherung bereits eine Rolle spielen, bevor dann im Juni ein umfassendes Maßnahmenpaket beraten wird.

Bei den deutschen Banken wird man die Luft anhalten, was dabei herauskommt. BVR-Vorstand Hofmann schwant wenig Gutes: „Es wäre ein Unding, das deutsche System, das sich seit über 84 Jahren bewährt hat, für eine unsichere europäische Lösung zu opfern.“

 

Quelle: welt.de

Niedrigzinsen machen die Deutschen etwas risikofreudiger

Foto: Gothaer Asset Management

Die Grafik zeigt: Die Sorge vor der Inflation treibt deutsche Sparer um.

 

Sparer hierzulande investieren weniger in konservative Anlageformen wie Sparbuch oder Tagegeld. Der Grund: Die Nullzinsen sorgen – notgedrungen – für etwas mehr Risikofreude. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Gothaer Asset Management.

Die eigene finanzielle Situation (55 Prozent) und die Dauer-Niedrigzinsen (45 Prozent) haben den größten Einfluss auf das Anlageverhalten deutscher Sparer. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschers Forsa im Auftrag der Gothaer Asset Management. Zum neunten Mal wurde die Studie bereits aufgelegt.

Quelle: Gothaer Asset Management

Danach wirken sich die Niedrigzinsen deutlich auf die Wahl der Anlageformen aus. Das Sparbuch liegt zwar auf der Beliebtheitsskala mit 39 Prozent noch immer an erster Stelle, vergangenes Jahr lag der Zustimmungswert aber noch bei 45 Prozent, 2015 waren es 51 Prozent. Ein ähnlicher Trend zeigt sich bei Bausparverträgen: 2015 legten sich noch 35 Prozent der Deutschen einen solchen Vertrag zu. Inzwischen ist diese Zahl auf 28 Prozent geschrumpft. 

Die Risikobereitschaft der Bundesbürger nimmt – notgedrungen – also zu. 26 Prozent der Befragten wären prinzipiell bereit, für mehr Rendite auch ein höheres Risiko einzugehen (2017: 20 Prozent). Jeder fünfte kauft sich mittlerweile Fonds, im Vorjahr waren es 17 Prozent. Am ehesten greifen Sparer bei Aktien- (44 Prozent) und Mischfonds (43 Prozent) zu. Jeder vierte Bundesbürger investiert auch in Rentenfonds.

 

Quelle: Gothaer Asset Management

„Den Deutschen wird immer stärker bewusst, dass sie als Sparer mit am stärksten von der Niedrigzinspolitik betroffen sind und ihre Altersvorsorge gefährdet ist“, sagt Christof Kessler, Vorstandssprecher der Gothaer Asset Management. „Vor dem Hintergrund der geringen Renditen oder inflationsbereinigt sogar negativen Zinsen suchen sie nach renditeträchtigeren Alternativen wie zum Beispiel Fonds.“

Welche Anlageformen versprechen höhere Renditen?

Auf Platz 1 nennen die Befragten Immobilien (28 Prozent), 26 Prozent investieren hier (Vorjahr: 30 Prozent). Auch Aktien und Fonds wurden als renditestark genannt (26 beziehungsweise 11 Prozent). 40 Prozent der Befragten konnten allerdings keine Rendite-Alternative benennen.

 

Quelle: Gothaer Asset Management

 

An Sorgen treibt die Inflation Sparer um. 63 Prozent der Befragten befürchten, dass es zu einem starken Preisanstieg und zu einer Entwertung ihrer Geldanlagen kommt (2017: 63 Prozent, 2015: 55 Prozent). Auch die Angst vor einem möglicherweise sinkenden Lebensstandard lastet auf den Befragten. Unter den 30- bis 44-Jährigen befürchten 57 Prozent, dass ihre Geldanlagen später nicht ausreichen. Bei den 45- bis 59-Jährigen sind es 60 Prozent.

 

Quelle: dasinvestment.com

Anlageprofi: Kundenberater der Banken sind entmündigte Statisten

Der schweizerische Vermögensverwalter Patrick Cettier geht scharf mit den Banken ins Gericht. Sie würden ihre volkswirtschaftlich wichtigste Funktion vernachlässigen, nämlich das Bereitstellen von Kapital für unternehmerische Aktivitäten. Auch die Anlageberatung verdiene den Namen oft nicht.

Mit der Beratung in Banken ist es nicht mehr weit her. Was Verbraucher immer schon ahnten, bestätigt nun ein “Insider”. Es fehlten Köpfe mit Charakter, Anlageempfehlungen laufen nicht so objektiv und professionell ab wie es sein sollte, Ansprechpartner wechseln stündig und sind schlecht erreichbar: In scharfem Ton kritisiert der schweizerische Vermögensverwalter Patrick Cettier das Geschäftsgebaren der Banken.

Diese hätten in den vergangenen Jahren auf “so illustre Geschäftsbereiche wie den Eigenhandel, das Investment Banking oder auch die Vermögensverwaltung” gesetzt, statt die eigentlich “sinnvollen Funktionen” auszuführen, nämlich Unternehmen Kapital für Investitionen bereitzustellen, schreibt der Geschäftsführende Partner der Prio Partners GmbH in Zürich: “Welcher Unternehmer bekommt schon Risikokapital von einer Bank, wenn er nicht gleichwertige Sicherheiten vorweisen kann?”, schimpft Cettier.

Dagegen blühten Geschäftsfelder, in denen Interessenskonflikte quasi naturgegeben seien: “Berühmt-berüchtigt ist das Research der hauseigenen Analysten, das ja möglichst unabhängig sein sollte. Komisch nur, dass 40 Prozent aller Empfehlungen Kaufempfehlungen sind und nur 20 Prozent Verkaufsempfehlungen – bei den restlichen 40 Prozent enthält man sich mit einer Halten-Empfehlung einer klaren Meinung.”

Berater können nichts mehr entscheiden 

Für Crettier ist klar: Banken vernachlässigen ihre für die Marktwirtschaft essenziellen volkswirtschaftlichen Funktionen und setzen etwa mit der Vermögensverwaltung auf ein Feld, bei dem doch nur zum Vorschein komme, “dass man Kunden sehr gerne etwas verkaufen möchte”. Das Banking alter Schule seit tot, schimpft Crettier: “Die heutigen Kundenberater dürfen meist qua interner Vorgaben keinerlei Portfolioentscheide vornehmen noch Anlagen selbst tätigen.” Die meisten von ihnen seien zu gut bezahlten Statisten verkommen.

Mit dieser Einschäzung ist Cettier nicht alleine. Dass die Anlageberatung vieler Banken längst zum reinen Verkaufsgespräch verkommen ist und Vertriebs- vor Kundeninteressen gehen, sieht Unternehmensberater Andreas Schaich von Z-Punkt ähnlich: “Das Vertrauensverhältnis zum Berater hat in den letzten Jahren gelitten. Solange er nicht selbst Entscheider ist, kann ich als Kunde auf ihn verzichten. Er ist für mich wertlos. Wenn man ihm Kompetenzen zurückgibt und auch die nötigen technischen Hilfsmittel an die Seite stellt, ist er wieder ein echter Partner”, äußerte Schaich im Sommer 2017 im Gespräch mit FONDS professionell. (fp)

Quelle: fondsprofessionell.de

Psyche steht richtiger Geldanlage im Wege

Geld abheben? Eine Überweisung tätigen? Für die meisten Deutschen stellt das kein Problem dar. Ganz anders sieht die Lage aber aus, wenn es um das Thema Geldanlage geht. Insbesondere junge Leute trauen sich solche Investments schlicht und einfach nicht zu.

Mit der Finanzbildung, also dem Wissen über Geldanlage, Versicherungen und Co., ist das bei den Deutschen so eine Sache. Egal, welcher der zahlreichen Umfragen zu dem Thema man auch Glauben schenkt: Gut kommen die Deutschen in den seltensten Fällen weg. Eine Studie von Deutschlands größter Direktband, der ING-DiBa, kam im Oktober dieses Jahres zu dem Schluss: Die Hälfte der Deutschen sind „finanzielle Analphabeten“.

Doch welche Auswirkungen hat dieser Mangel an Expertise? Einen erheblichen, wenn man der neuen Finanzwissen-Studie des Fonds-Anbieters RWB folgt. Dieser ließ vom Nürnberger Marktforschungsinstitut GfK untersuchen, welche Finanzangelegenheiten sich die Deutschen überhaupt zutrauen.

Das Ergebnis ist dabei zwar kaum überraschend, dennoch umso niederschmetternder. Denn zwar trauen sich die Deutschen alltägliche Finanzangelegenheiten, wie das Tätigen einer Überweisung (95,6 Prozent) oder das Geldabheben am Automaten (95,4) zu – wenn es dann aber um den Abschluss einer privaten Altersversorgung geht, sieht die Sache schon ein wenig anders aus (75,2 Prozent). Noch geringer ist das Vertrauen der Deutschen in die eigenen Fähigkeiten ausgeprägt, wenn es um Investments in Aktien oder Fonds geht: Dies trauen sich nur rund die Hälfe, genauer 55,1 Prozent der Deutschen zu.

Insbesondere jüngere Menschen zeigen sich bei Anlageprodukten wie Aktien oder Fonds unsicher – nur 38,1 Prozent gaben an, sich eine solche Investition zuzutrauen. Mit dem Alter wächst dann das Vertrauen, vor allem die 40- bis 49-Jährigen zeigen sich in dieser Hinsicht deutlich selbstbewusster.

„Das Investieren in Aktien oder Fonds ist sicher nicht schwieriger als einen Kredit abzuschließen. Das Problem ist eher ein psychologischer Effekt: Mit einem Kredit ist sofortiger Konsum möglich. Das Ergebnis langfristiger Geldanlage zeigt sich hingegen erst nach vielen Jahren“, fasst RWB-Vorstand Horst Güdel das Studienergebnis zusammen.

 

Quelle: procontra-online.de