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Die kommende Mega-Anlageklasse: Blackrock sagt Boom für Private Equity voraus

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock sieht enormes Potenzial für Beteiligungskapital. Die Sparte Private Equity könnte in völlig neue Dimensionen wachsen.

Frankfurt Es ist eine enorme Zahl. Weltweit beläuft sich die Finanzierungskraft von Private Equity aktuell auf rund 1,3 Billionen Dollar, wie aus Daten von Bloomberg hervorgeht. Unter dem Druck von Niedrigzinsen und volatilen Aktienmärkten haben in den vergangenen Jahren immer mehr Vermögende ihre Flucht in diese bisher kleine, aber feine Nische gesucht.

Doch das könnte möglicherweise nur der Anfang gewesen sein. Geht es nach den Einschätzungen des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock, wird das Geschäft mit Private Equity in den nächsten Jahren noch in eine völlig neue Dimension wachsen.

Die neue Mega-Anlageklasse: Bisher führte diese Form der Kapitalanlage, bei der Beteiligungsgesellschaften Unternehmen kaufen, diese aufbauen und sie nach fünf bis sieben Jahren wieder verkaufen, unter den großen Geldanlageformen wie Aktien oder Anleihen ein Nischendasein.

Zwar werden außerbörsliche Beteiligungsgesellschaften von Investorengeldern überschwemmt und haben Schwierigkeiten, die Mittel auch in attraktiven Käufen von Firmen unterzubekommen. So richtig durchgesetzt hat sich die Investmentsparte bisher indes noch nicht.

Das gilt gerade für Deutschland, wo Versicherungen, Pensionsfonds und Stiftungen meist nur einen kleinen Betrag in Private Equity anlegen, der oftmals bei ein bis drei Prozent der gesamten Anlagesumme liegt. Diese Zurückhaltung könnte unter dem Druck des schwierigen Marktes und wegen des Mangels an attraktiven Anlageformen nun allerdings ein Ende finden.

Eine Untersuchung von Blackrock, deren Ergebnisse dem Handelsblatt exklusiv vorliegen, ergibt, dass ein Investment von 20 bis 40 Prozent in privaten Märkten, zu denen die Experten Private Equity zählen, sinnvoll sei, erklärt Jean Boivin, Leiter des Investment-Instituts des Finanzriesens Blackrock. Es ist ein Urteil, das großes Gewicht hat, denn der Vermögensverwalter betreut Gelder im Volumen von 6,5 Billionen Dollar.

Angetrieben wird der Run auf Private Equity von den nach wie vor vergleichsweise hohen Renditen in diesem Geschäft. Die erzielten Profite dort sind laut dem Datenanbieter Preqin teilweise doppelt so hoch wie an den Aktienmärkten. Außerdem sei die Branche krisenresistenter. Großinvestoren blicken angesichts der verschlechterten Aussichten für die Wirtschaft deshalb umso mehr auf die noch recht junge Anlageklasse.

„Trumps Zoll-Hammer und Chinas Yuan-Retourkutsche“

Für Anlageprofis wie Robert Greil, Chefstratege vom Bankhaus Merck Finck, haben „Trumps Zoll-Hammer und Chinas Yuan-Retourkutsche ein kleines Börsenbeben ausgelöst“. Und das dürfte es nicht gewesen sein: „Uns steht ein heißer Börsenherbst bevor.“ Grund genug, nicht nur Risiken abzubauen und Aktien zu verkaufen. Gleichzeitig bauen Großanleger ihr Engagement in alternativen Märkten abseits der Börsen aus.

Sie versuchen, ihre Portfolios krisenresistenter zu machen, und liegen damit offenbar richtig. Blackrock-Mann Boivin betont: „Die besten 25 Prozent der Private-Equity-Häuser erreichen eine Überrendite von zwei bis vier Prozentpunkten gegenüber dem Durchschnittsertrag an den öffentlichen Börsen.“

Aus der Sicht eines halben Jahrzehnts ist eine Rendite vor Gebühren von 13 Prozent bei US-Private-Equity erzielbar, rechnet Blackrock vor. Dem stünden erwartete 5,9 Prozent Rendite bei börsennotierten kleinen US-Unternehmen gegenüber.

Investments in Private Equity wirken so für institutionelle Investoren immer verlockender. „37 Prozent der Geldgeber wollen aktuell ihre Zusagen aufstocken“, betont Gregor von Deuten, Investmentexperte bei Coller Capital, mit Blick auf eine aktuelle Umfrage. Seit 2010 hat jährlich rund ein Drittel der Großanleger seine Bereitschaft signalisiert, sein Engagement aufzustocken. Nur ein Zehntel wollte weniger investieren.

Die Branche der Finanzinvestoren nähert sich in Zeiten von Minuszinsen damit einer neuen Größenordnung. Zweistellige Milliardensummen bei neuen Fonds werden allmählich zur Routine. Jüngstes Beispiel ist der Megafonds von Advent, die Firma sammelte im Juni für den Global Private Equity Fonds IX insgesamt 17,5 Milliarden Dollar ein.

Losgetreten haben diesen Trend das Beteiligungshaus Blackstone mit einem Fonds über 22 Milliarden Dollar und der Rivale Apollo mit seinem Fonds in Rekordgröße über 24,7 Milliarden Dollar.

Problem Illiquidität

Als großen Nachteil der Investments in private Märkte, zu denen neben Private Equity etwa auch Immobilien und Hedgefonds, Infrastruktur und Kredite zählen, werten viele Investoren allerdings bisher deren relative Illiquidität. Der Hintergrund: Anleger können sich von ihren Investments nicht von heute auf morgen verabschieden.

Doch Blackrock-Mann Boivin glaubt, dass das Problem der Liquidität überschätzt werde. „Tatsächlich bekamen selbst in der letzten Finanzkrise in den Jahren 2007 bis 2009 nur wenige institutionelle Anleger Probleme, wenn sie hohe Ausgaben oder Gebühren schultern mussten“, argumentiert er.

Für Investoren, die bei ihrer Anlage weniger Begrenzungen unterliegen würden, könnte der Anteil von Private Equity sogar höher als 40 Prozent liegen. „Dann gilt es allerdings, Topmanager zu finden, die fähig sind, auch höhere Erträge als der Durchschnitt zu erzielen“, betont der Experte.

So könnten Stiftungen laut Boivin durchaus auf einen Anteil von bis zu 58 Prozent in „alternativen Strategien“ wie Private Equity und Hedgefonds kommen, wenn sie über ein Vermögen verfügten, das eine Milliarde Dollar übertrifft. Verstärkt seien hier direkte Investments in Unternehmen zu sehen, die etwa zusammen mit Private Equity bei Übernahmen eingegangen würden.

Während strategische Käufer im schwierigen Konjunktur- und Marktumfeld mit vielen politischen Risiken nach Ansicht von Rainer Langel, Europachef von Macquarie, vorsichtig geworden sind, suchten Finanzinvestoren angesichts voller Kassen nach wie vor nach Übernahmemöglichkeiten.

„In stabilen Branchen wie dem Gesundheitsbereich, Technologie und Infrastruktur sind die Preise bei Übernahmen hoch, ist das Interesse groß und die Finanzierung kein Problem“, sagt der Banker. Es würden attraktive Preise erzielt, wie sich am Beispiel der Online-Plattform Scout24 ablesen lasse, wo die Private-Equity-Häuser Hellman & Friedman sowie Blackstone ihr Übernahmeangebot zu niedrig ansetzten und scheiterten.

Gleichzeitig werde die Privatisierung börsennotierter Firmen deutlich zunehmen, zeigt sich Langel überzeugt. In den nächsten zwei Jahren werde es mehr Fälle geben, als die Branche je zuvor gesehen habe. Angesichts der viele Milliarden schweren Zuflüsse zu Private Equity schreckten selbst schwierige Fälle nicht mehr ab. „Es zeigt sich, dass Unternehmen in Private-Equity-Hand besser geführt werden, was auch an der deutlichen Eigenbeteiligung des Konzernvorstands liegt“, betont der Macquarie-Mann.

Selbst ein konjunktureller Abschwung werde den Trend nicht stoppen, sagt Blackrock-Experte Boivin voraus. Das hohe verfügbare Beteiligungskapital von 1,3 Billionen Dollar, das noch investiert werden müsse, könne in einem Abschwung als Puffer genutzt werden, wenn Investoren sich von ihren Engagements trennen wollten.

„Außerdem hat sich in der jüngsten Finanzkrise gezeigt, dass die Struktur der privaten Märkte Einbrüche abpuffert. Die öffentlichen Börsen waren viel volatiler, da sie liquider waren und die Anleger ihre Investments schnell verkaufen konnten“, betont der Vermögensverwaltungsexperte.

Selbst Kreditfonds dürften sich demnach in einem Abschwung nicht besser entwickeln als Private Equity, auch wenn Schulden gegenüber Eigenkapital vorrangig behandelt würden. Das gilt nach den Worten von Boivin vor allem, weil die Gläubigerschutzklauseln zunehmend aufgeweicht würden. Ein weiterer Aufstieg von Private Equity dürfte deshalb nur schwer auszubremsen sein.

Quelle: handelslbatt.com

 

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Private Equity – Auf dem besten Weg zum Standard-Baustein

Drei Entwicklungen haben die Anlageklasse in den vergangenen Jahren geprägt. Jetzt steht ein großer Schub durch Privatanleger bevor.

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg wurde mit der „American Research and Development Corporation“ (kurz ARD) der erste Private-Equity-Fonds aufgelegt. Während sich seitdem die Fondsstrukturen immer weiterentwickelten, fanden zunächst öffentliche Einrichtungen, schließlich auch Pensionsfonds und Universitäten Gefallen an den Investitionsmerkmalen der Anlageklasse. Vor allem die Stiftungen US-amerikanischer Eliteuniversitäten setzen seit vielen Jahren besonders stark und erfolgreich auf Private Equity.

Heute zählen sämtliche institutionelle Investoren sowie sehr vermögende Privatpersonen zu den Geldgebern der Fonds. Für sie ist Private Equity über die vergangenen Jahrzehnte hinweg zum Standard-Baustein gereift. Zuletzt haben drei Entwicklungen die Anlageklasse weiter gestärkt. Dies könnte Private Equity nun auch den Durchbruch bei Privatanlegern bescheren.

Die Anzahl schwacher Fonds nimmt ab – Performanceunterschiede gleichen sich an

Private Equity bietet langfristig die höchsten Renditen im Vergleich zu gängigen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen oder anderen festverzinslichen Anlagen. Konstant hohe Performancewerte erzielten allerdings lange Zeit nur die besten Private-Equity-Fonds und Investoren waren auf den exklusiven Zugang zum sogenannten Top-Quartil angewiesen. Denn insbesondere um die Jahrtausendwende gab es auch einige schwächere Fonds. Die Anzahl dieser Fonds hat allerdings über die Jahre hinweg deutlich abgenommen. Im Top-Quartil hat eine gestiegene Markttransparenz dafür gesorgt, dass extrem gute Deals weniger verbreitet sind. So hat insgesamt die einst hohe Spannweite zwischen den schwachen und starken Fonds abgenommen. Das bedeutet: Es gibt kaum noch Abschreibungen und gleichzeitig eine etwas geringere Anzahl der sehr begehrten Ausreißer. Vielmehr zeigt sich heute im Gesamtbild ein sehr breites Feld an guten Private-Equity-Fonds, die ihren Investoren beachtliche Renditen bieten. Die Anlageklasse ist insofern homogener und berechenbarer geworden. Unter diesem Eindruck gewinnt sie auch unter Privatanlegern mehr und mehr an Attraktivität.

Die Akzeptanz für Private Equity auf Seiten der Unternehmen ist stark gestiegen.

Unternehmen zeigen sich heute deutlich offener gegenüber Private-Equity-Finanzierungen. Neben der Kapitalhilfe haben sie vor allem auch die fachliche Unterstützung auf strategischer und operativer Ebene zu schätzen gelernt und die Ablehnung aufgrund althergebrachter Vorurteile abgelegt. Ein ausschlaggebender Grund dafür ist die längere Haltedauer der Beteiligungen durch die Fonds. Sie bieten den Unternehmen so mehr Stabilität und die nötige Zeit sowie Unterstützung für langfristiges Wachstum. Für die Private-Equity-Fonds und deren Investoren lohnt sich die längere Haltedauer ebenfalls: Die Kosten für Steuern, Berater und Anwälte etwa für ständige Käufe und Verkäufe gehen zurück. Zudem ist die Flexibilität, auf den optimalen Verkaufszeitpunkt warten zu können, höher. Nicht zuletzt waren viele Unternehmen, die etwas mehr Zeit für eine Entwicklung benötigen, lange Zeit nicht für eine Beteiligung interessant. Der längere Anlagehorizont erlaubt es nun, diese Potentiale zu heben und erweitert so die Investitionsmöglichkeiten am Markt.

Diversifikationsmerkmale machen Private Equity zum Standard-Baustein

Die Kapitalzuflüsse in Private-Equity haben in den vergangenen Jahren stetig neue Rekorde erreicht. Viele Investoren wollen den Anteil im Portfolio zudem weiter erhöhen. Dies ist sicher auf die langfristig gute Performance zurückzuführen. Doch auch die Entwicklung in schwächeren Marktphasen spielt eine große Rolle. Hier ist privates Beteiligungskapital nicht allen Auswirkungen des Kapitalmarktes ausgesetzt bzw. können die Fondsmanager mit ihren hohen Einflussmöglichkeiten schnell Maßnahmen ergreifen und reagieren, ohne Beteiligungen abstoßen zu müssen. Hier hat die Branche über die Jahre gelernt. Bereits die Finanzkrise wurde sehr viel besser bewältigt als die Zeit nach dem Platzen der Dotcom-Blase nach 2001. Auf kommende Konjunkturschwankungen sind die Fonds nun so gut vorbereitet wie nie zuvor. Viele Investoren wollen daher den Private-Equity-Anteil nicht bloß aus Renditegründen weiter erhöhen. Sie schätzen auch die Diversifikationsmerkmale.

Für sämtliche institutionelle Investoren und vermögende Privatpersonen gehört Private Equity zum Standardrepertoire. Für Privatanleger ist die Investition in einzelne Private-Equity-Fonds kaum möglich. Sie erhalten den Zugang zur Anlageklasse mit Dachfonds. Die sind auf die Sicherheitsbedürfnisse von Privatanlegern zugeschnitten und bieten ihnen einen wichtigen Vorteil: Mit Dachfonds können sie ihr Geld über eine Vielzahl von Private-Equity-Fonds breitgestreut in hunderte Unternehmen weltweit investieren. Das Risiko sinkt so auf ein Minimum.

Professionelle Investoren haben zuletzt so viel Geld wie nie zuvor in Private Equity investiert. Die Branche ist sich nun sicher, dass der nächste Schub durch den breiten Zulauf von Privatanlegern bevorsteht. Denn sie werden sich nicht länger die überzeugenden Investitionseigenschaften der Anlageklasse entgehen lassen. Gute Anlagelösungen sind mit sicherheitsorientierten Private-Equity-Dachfonds bereits vorhanden.

Quelle: Bain & Company, Inc.: Global Private Equity Report 2018, RWB

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Was taugt die neue Anlageklasse Private Equity?

Weltweit in Unternehmen investieren und langfristig überdurchschnittliche Renditen erzielen: Das ermöglicht Private Equity. Nach Rückschlägen hat sich die illiquide Anlageklasse zum Rückgrat des Beteiligungsmarktes entwickelt.

Von der Nischenanlage zur etablierten Investmentklasse: Private Equity boomt. Während das in derartige Fonds angelegte Kapital 1995 noch rund 200 Milliarden Dollar betrug, hat sich der Betrag inzwischen mehr als verzehnfacht. Demnach lag das Investitionsvolumen im Juni vergangenen Jahres weltweit bei etwa 2,83 Billionen Dollar.

Auch in Europa und in Deutschland ist die Anlageklasse seit einigen Jahren stetig auf dem Vormarsch. Laut dem Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften sind aktuell etwa 300 Beteiligungsgesellschaften in der Bundesrepublik tätig. Jährlich werden rund 1000 Unternehmen mittels Private Equity finanziert. Es geht also nicht nur um Renditen für Anleger. Für viele Familienunternehmen ist Private Equity zu einer wichtigen Finanzierungsquelle geworden. Das Investitionsvolumen betrug hierzulande zwischen 2013 und 2017 etwa 37 Milliarden Euro.

War Private Equity (PE) in der Vergangenheit eher etwas für institutionelle Anleger, so können inzwischen auch Privatanleger in diverse Fonds oder Dachfonds dieser Anlageklasse investieren, die jedoch nicht für kurzfristige Engagements taugt.

Es handelt sich um eine illiquide Anlageklasse: PE-Fonds investieren in verschiedene Unternehmen, helfen bei der Umstrukturierung und ziehen ihren Gewinn aus dem Verkauf der Beteiligung frühestens nach fünf bis zehn Jahren.

In der Regel funktioniert das so, dass Anleger Beteiligungszusagen geben, die von den Fonds erst dann abgerufen werden, wenn eine Unternehmensbeteiligung realisiert wird. Wenn Anleger ihre Zusage beispielsweise wegen Geldmangels revidieren, kommt oft ein Sekundärmarkt zum Zuge, der solche Beteiligungszusagen mit Abschlägen kauft und so den Finanzierungserfolg des PE-Fonds sicherstellt.

Private Equity in Deutschland zunehmend bekannter

Dass die Anlageklasse jedoch nicht immer so erfolgreich war, zeigt der historische Rückblick: Private Equity gilt zwar einerseits als eine der ältesten Finanzierungsformen überhaupt. Die dazugehörige Asset-Klasse hat sich jedoch erst in den 1980er-Jahren in den USA entwickelt. Auch in Asien gibt es inzwischen zahlreiche PE-Fonds.

Einige Tiefschläge musste die Branche sowohl nach dem Platzen der New-Economy-Blase im März 2000 einstecken als auch nach dem Ausbruch der Finanzkrise 2008. Auch Private Equity unterliegt Schwankungen wie auf den Aktienmärkten, ist allerdings langfristig rentabler. Seit knapp fünf Jahren bewegt sich Private Equity allerdings wieder in einem länger anhaltenden Aufschwung.

Auch deutschen Familienunternehmern ist die Anlageklasse inzwischen ein Begriff, wie eine aktuelle Studie der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zeigt: Während 2011 nur etwa neun Prozent der Befragten Private Equity überhaupt definieren konnten, hat sich die Quote mittlerweile mehr als versiebenfacht.

Kein Wunder, bringt diese Anlageklasse den Investoren doch nach bisheriger Erfahrung eine Überperformance von durchschnittlich drei bis fünf Prozent pro Jahr ein.

Dass das Kapital bei der Anlageklasse so lange gebunden ist, wird von einigen potenziellen Investoren oftmals kritisiert. Umgekehrt wird jedoch genau diese Flexibilität vielen Anlegern, die etwa ein Aktiendepot besitzen, häufig zum Verhängnis. Durch wiederholte Umschichtungen schneiden sie am Ende meist schlechter ab als der Durchschnitt. Bei Private Equity können die Investoren hingegen gar nicht erst in diese Versuchung geraten und am Laufzeitende die volle Rendite ausschöpfen.

Markt von Konzentrationsprozess geprägt

Allgemein kann beim Private Equity zwischen zwei verschiedenen Investitionsarten unterschieden werden: den Mainstream-Investments in milliardenschwere Bluechip-Fonds und Investitionen in ausgewählte Fonds aus dem Fundus der über 5000 ungelisteten Fonds-Manager weltweit. Während der erste Weg zwar stabile, aber auch eher moderate Renditen bereithält, können die erfahrenen Fonds-Manager bei der zweiten Variante meist eine deutliche Überperformance erzielen.

Auch der weltweite Private-Equity-Markt teilt sich im Wesentlichen in zwei Lager. Während nur wenige der aufgelegten Fonds einen Großteil des weltweiten Private-Equity-Kapitals halten, splittern sich die übrigen Investitionen auf Hunderte weiterer Fonds. Demnach warben von den 2016 rund 1000 aufgelegten Private-Equity-Fonds allein die 20 größten über ein Drittel des gesamten globalen Kapitals ein. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung der Beratungsgesellschaft Mackewicz und Partner hervor.

Um mit Private Equity Erfolg haben zu können, sollten potenzielle Investoren einige Grundregeln beachten. So ist es ratsam, konsequent in die besten Fonds zu investieren. Denn: Die Unterschiede zwischen den besten und den schlechtesten Private-Equity-Fonds sind deutlich größer als etwa bei Aktienfonds. Zudem sind Investitionen in Anlagen mit verschiedenen Auflagejahren sinnvoll, da auch private Beteiligungen konjunkturabhängig sind.

Dass Private Equity weiter an Zulauf gewinnen wird, ist gesetzt: Laut der PwC-Studie glauben drei Viertel der befragten Familienunternehmer, dass die Anlageklasse global weiter an Bedeutung gewinnen wird. In Bezug auf den deutschen Markt stimmen dieser Prognose zwei Drittel der Unternehmer zu.

 

Quelle: welt.de