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Was es kostet, früher in Rente zu gehen?

Wer früher als vor der gesetzlichen Altersgrenze den verdienten Ruhestand genießen will, sollte einen gewissen finanziellen Spielraum mitbringen.

Denn der Abschlag bei einer Frühverrentung fällt nicht gering aus, wie Zahlen der Deutschen Rentenversicherung Bund zum Neurentner-Jahrgang 2017 zeigen.

Jeder vierte der 760.000 Neurentner ist frühzeitig aus dem Erwerbsleben ausgeschieden. Der Rentenabschlag betrug dabei durchschnittlich 0,3 Prozent pro Monat.

Im Mittel mussten die Frührentner 26 Monate vor der Altersgrenze in den Ruhestand gehen, womit sich die Einbuße auf knapp 8 Prozent summiert. Das entspricht einer durchschnittlichen Rentenminderung um 84 Euro. Der Rentenzahlbetrag des 2017er-Jahrgangs beläuft sich im Schnitt auf 873 Euro.

Die Bundesregierung möchte das Rentenniveau bis 2025 stabil halten. Wie es danach weitergehen soll, wird aktuell in einer Kommission diskutiert. Steigen werden die Renten angesichts von immer mehr Leistungsempfängern und immer weniger Beitragszahlern jedenfalls nicht. Schon das bisherige Rentenniveau zu halten würde in den kommenden Jahrzehnten Unsummen an Steuergeldern verschlingen, da die Beiträge nicht unbegrenzt steigen können.

Kommende Rentnergenerationen werden also den Gürtel enger schnallen müssen, wenn sie nicht betrieblich und/oder privat vorgesorgt haben.

Wer sich also auf die Bundesregierung verlässt, ist verlassen.

Wollen Sie sich das gefallen lassen?

Oder nehmen Sie Ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand? Ohne sich vorschreiben lassen zu müssen, WANN Sie Ihren wohlverdienten Ruhestand antreten?

Egal, ob Sie bereits Maßnahmen für Ihre Altersvorsorge ergriffen haben, oder ob Sie jetzt anfangen wollen – sichern Sie sich den Zugang zu (Invest-)Möglichkeiten, die sonst nur Großanlegern oder Institutionellen vorbehalten sind. Sie erhalten von uns in regelmäßigen Abständen geldwerte Informationen. Kostenlos – und nur so lange, wie Sie wollen.

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Zehntausende müssen um Betriebsrenten zittern

  • Zwei Pensionskassen stehen kurz davor, die Betriebsrenten ihrer Versichten abzusenken.
  • Aufgrund der niedrigen Zinsen können sie die Beiträge nicht mehr so anlegen wie früher – und die Zahlungen nicht mehr in gleicher Höhe garantieren.
  • Helfen könnten zwar die Arbeitgeber – zur Rettung der Kassen verpflichtet sind sie allerdings nicht.

Zehntausende von Versicherten bei Pensionskassen müssen um die Höhe ihrer Betriebsrenten bangen. Nach SZ-Informationen stehen mindestens zwei Pensionskassen kurz davor, Zahlungen an die aktuellen Betriebsrentner und die Zusagen an die künftigen Empfänger spürbar abzusenken. Eine ganze Anzahl weiterer Pensionskassen muss ebenfalls kämpfen und denkt über Absenkungen nach.

Hauptursache für die Probleme sind die niedrigen Zinsen. Bereits vor zwei Jahren hat Frank Grund, Exekutivdirektor bei der Finanzaufsicht Bafin, zum ersten Mal vor Problemen der Pensionskassen gewarnt. Seither hat sich nichts verbessert, im Gegenteil. “Die Lage ist heute noch ernster als vor zwei Jahren”, sagte Grund, der für die Versicherungsaufsicht zuständig ist. “Ohne zusätzliches Kapital von außen werden einige Pensionskassen nicht mehr ihre vollen Leistungen erbringen können.”

Pensionskassen funktionieren ähnlich wie Lebensversicherer. Doch ist die Lage der Pensionskassen ernster als die der Lebensversicherer, sagte Grund. Sie zahlen ausschließlich lebenslange Renten aus und leiden deshalb sowohl unter den niedrigen Zinsen als auch unter der durchschnittlich längeren Lebenszeit. In Deutschland gibt es 137 Pensionskassen, die aktuell 165 Milliarden Euro Kapital für heutige und künftige Betriebsrenten verwalten. Mit einem Drittel von ihnen steht die Bafin in ständigen intensiven Diskussionen, sagte Grund. Bei einer nicht genannten Zahl von Pensionskassen, die zusammen 10 Prozent der 165 Milliarden Euro verwalten, sei die Lage sehr ernst.

Die Bafin spricht mit den Pensionskassen und mit den Arbeitgebern, um sie zur finanziellen Stärkung der Kassen zu bewegen. “Wir drängen die Pensionskassen, bei ihren Trägern oder Aktionären rechtzeitig Unterstützung einzufordern.” Viele Arbeitgeber tun offenbar auch etwas, es sei auch schon Geld geflossen. “Zwingen können wir sie aber nicht”, sagte Grund. Denn sie sind nicht zur Rettung der Pensionskassen verpflichtet. Probleme haben vor allem Pensionskassen, bei denen viele verschiedene Arbeitgeber Mitglied sind. “Es gibt Kassen mit 70 Arbeitgebern”, sagte Grund. Dazu kommen Kassen, bei denen der Arbeitgeber nicht mehr existiert.

Viele Firmen suchen Wege, um ihre Kassen loszuwerden

Der letzte Ausweg sei die Leistungskürzung, sagte Grund. Dann müssten die Arbeitgeber eigentlich für die Differenz zwischen Zusagen und Zahlungen einstehen. “Der Arbeitgeber muss dann dafür sorgen, dass die Versorgungsberechtigten die volle zugesagte Leistung erhalten”, erläuterte Grund. Das funktioniere aber nur, wenn der noch existiert und liquide ist.

Immer mehr Arbeitgeber suchen Wege, um ihre Pensionskassen loszuwerden. In zwei Fällen – die nicht mit den beiden Kassen identisch sind, die ihre Zahlungen reduzieren wollen – haben die Eigner ihre Pensionskassen bereits an den Abwicklungsspezialisten Frankfurter Leben verkauft, der vom chinesischen Investor Fosun kontrolliert wird. Das sind die offene Pensionskasse Pro BAV der Axa und die Prudentia, die Betriebsrenten von C&A-Mitarbeitern verwaltet.

Quelle: sueddeutsche.de

Rentenbescheid richtig lesen und verstehen

Der Wunsch: Ein Ruhestand ohne Geldsorgen, mit Reisen oder Restaurantbesuchen. Die Realität: sie sieht für viele ganz anders aus. Die Angst vor Altersarmut wächst.

Wie viel Geld wir später im Alter tatsächlich zur Verfügung haben werden, sagt einem der Rentenbescheid, der den meisten von uns einmal jährlich ins Haus flattert. Aber steht dort wirklich die real zu erwartende Rente schwarz auf weiß?

Was stellt der Rentenbescheid fest?

Mit dem Rentenbescheid werden Rentenart, Rentenbeginn, Rentenhöhe und gegebenenfalls Rentendauer festgestellt, schreibt die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Website. Das stimmt, beispielsweise steht gleich im ersten Absatz der Renteninformation, wann die Regelaltersrente beginnen wird. Dennoch sind viele der Angaben auf dem Bescheid für den Empfänger nicht auf den ersten Blick klar ersichtlich.

Wird auf dem Rentenbescheid die zu erwartende Brutto- oder Nettorente angegeben?

Die Bruttorente. Dieser Betrag gilt, wenn der Versicherte bis zum Rentenbeginn weiterhin Beiträge wie im Durchschnitt der letzten fünf Kalenderjahre einzahlt.

Unter dem Punkt „Rentenanpassung“ ist im Bescheid davon die Rede, dass die Rente aufgrund zukünftiger Rentenanpassungen höher ausfallen könnte. Also kein Grund zur Beunruhigung? Doch, denn es gibt viele Abzüge auf die ermittelte Rente.

Welche Abzüge gibt es auf die angegebene Bruttorente?

Von der Bruttosumme gehen noch Steuern und Sozialabgaben ab. Konkret sind dies die Einkommenssteuer, der Solidaritätszuschlag – der laut der Großen Koalition allerdings schrittweise abgeschafft werden soll – so wie eventuell die Kirchensteuer. Zudem müssen auch Rentner weiterhin Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Der auf dem Bescheid angegebene zu erwartende Betrag reduziert sich damit noch einmal erheblich.

Welche Rolle spielt die Inflation bei der Berechnung?

Bei dem Betrag, der für die monatlich zu erwartende Rente genannt wird, ist der Kaufkraftverlust außen vorgelassen.

Allerdings warnt der Bund Deutsche Rentenversicherung in einem späteren Absatz in der Renteninformation: „Die ermittelten Beiträge sind – wie alle weiteren späteren Einkünfte (z.B. aus einer Lebensversicherung) – wegen des Anstiegs der Lebenshaltungskosten und der damit verbundenen Geldentwertung (Inflation) in ihrer Kaufkraft aber nicht mit einem heutigen Einkommen in dieser Höhe vergleichbar (Kaufkraftverlust).”

Wie kann ich berechnen, wie viel Rente ich voraussichtlich tatsächlich netto erhalten werde?

Online gibt es zahlreiche Rentenrechner, mit denen jeder sich seine Abzüge von der Rente individuell ausrechnen kann. Empfehlenswert ist beispielsweise der Rechner von “Geld-Check”.

Wer möchte, kann sich bei seinem Rentenbescheid zudem Hilfe von einem zugelassenen, unabhängigen Rentenberater holen.

Kann man den Bescheid anfechten?

Ja. Es gilt, den Bescheid genau zu prüfen. Zahlendreher, beispielsweise beim Jahreseinkommen, können so entdeckt werden. Es kann zudem sein, dass bei der Übermittlung der Daten durch den Arbeitgeber oder eine Behörde Fehler passiert sind oder dass Anrechnungen, beispielsweise von Auslandsaufenthalten, Ausbildungen oder Kinderbetreuungszeiten fehlen.

Wer dies festgestellt, kann schriftlich Widerspruch einlegen und den Bescheid anfechten. Wie man das macht, steht in der Rechtsbehelfsbelehrung des Bescheids. Die Frist beträgt einen Monat, für im Ausland lebende Arbeitnehmer drei Monate. Gebühren fallen nicht an, auch ein Anwalt ist für den Widerspruch nicht zwingend notwendig.

Wer Hilfe sucht, kann sich aber an einen im Rentenrecht spezialisierten Rechtsanwalt wenden.

Wird der Bescheid künftig übersichtlicher?

Die Deutsche Rentenversicherung wirbt damit, dass Rentenbescheide ab 2018 übersichtlicher und besser lesbar werden.

So sollen die wichtigsten Informationen künftig auf der ersten Seite des Bescheids zusammengefasst sein. Zudem hätten die Bescheide künftig ein kommentiertes Inhaltsverzeichnis und einen Katalog mit Fragen und Antworten.

Kritik an den neuen Rentenbescheiden kommt vom Bundesverband der Rentenberater. Dadurch, dass die Rentenbescheide künftig kürzer werden, seien bestimmte Informationen kaum mehr zu finden, lautet die Kritik.

Was, wenn ich den Rentenbescheid nicht verstehe?

Die Deutsche Rentenversicherung bietet eigene Beratungsstellen an, in denen Versicherte ihre Fragen und ihren individuellen Versicherungsverlauf kostenfrei klären können. Wer möchte, kann seinen Rentenbescheid auch von einem zugelassenen, unabhängigen Rentenberater prüfen lassen. Dies kostet dann allerdings Geld.

 

Kennen Sie Ihre Rentenansprüche?

In diesen Tagen erhalten Millionen Erwerbstätige die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung. Eine gute Gelegenheit, die Ansprüche zu prüfen. Denn in vielen Fällen sind die Angaben unrealistisch.

Jedes Frühjahr informiert die Deutsche Rentenversicherung alle Versicherten über den Stand ihrer gesetzlichen Rente. Die Angaben und Prognosen zur Rentenhöhe sollen den Versicherten einen kompakten und realistischen Eindruck vermitteln, wie es um ihre künftige gesetzliche Rente bestellt ist. So soll es leichter fallen, ergänzende private und betriebliche Vorsorge zu kalkulieren.

Tatsächlich gehen jedoch viele mit Abschlägen in Rente oder merken erst dann, dass der erfasste Versicherungslauf fehlerhaft ist –  und somit auch die Prognosen verfälscht. Wie realistisch sind also die gemachten Annahmen für die rund 54 Millionen Beitragszahler und jährlich 1,3 Millionen Neurentner?

So manchen Versicherten verwirren schon die Begriffe. Die Deutsche Rentenversicherung Bund unterscheidet zwischen Renteninformation, Rentenauskunft und Rentenbescheid – und jedes der Dokumente birgt Unsicherheiten oder auch Fehlerquellen, die Berufstätige kennen sollten.

1. Renteninformation – Zwischenstand mit Tücken

Die Renteninformation wird jedes Frühjahr an alle Versicherten verschickt. Darin finden sich Angaben zum Datum des regulären Renteneintritts, der Rentenanspruch bei voller Erwerbsminderung, die Rentenhöhe aufgrund bereits erworbener Rentenansprüche sowie die mögliche Rentenhöhe, wenn weiter Rentenbeiträge eingezahlt werden. Zur künftigen Rentenhöhe aus der Regelaltersrente nennt die das Informationsschreiben gleich mehrere Zahlen. Die Wichtigste davon ist die Rentenhöhe allein aufgrund bereits erworbener Rentenansprüche, die unter “Höhe ihrer zukünftigen Regelaltersgrenze” beziffert ist.

Was steckt dahinter? Wer genau das Durchschnittsgehalt von derzeit 37.103 Euro im Jahr brutto verdient und darauf Beiträge zur Rentenversicherung zahlt (je 9,3 Prozent für Arbeitnehmer und Arbeitgeber) erhält pro Beitragsjahr einen sogenannten Entgeltpunkt. Der entspricht wiederum einer späteren monatlichen Rentenzahlung von 31,03 Euro in den alten Bundesländern und 29,69 Euro in den neuen Bundesländern. Wer mehr verdient, erhält auch proportional mehr Entgeltpunkte. Maximal sind das 2,05 pro Jahr, wenn er in Höhe der Beitragsbemessungsgrenze verdient, die die Rentenbeiträge nach oben deckelt. Die Beitragsbemessungsgrenze ist derzeit bei einem Monatsbruttoverdienst von 6.200 Euro (West) bzw. 5400 Euro (Ost) erreicht. Wer weniger als der Durchschnitt verdient, bekommt entsprechend nur ein Teil eines Entgeltpunktes.

Die bislang “erreichte Rentenanwartschaft” nennt also den Teil der Monatsrente, auf den der Versicherte bereits einen gesetzlichen Anspruch erworben hat.

Der höhere Wert, der unter der bereits erreichten Monatsrente steht, ist hingegen eine Prognose und als solche naturgemäß schon unsicher. Diese Prognose unterstellt, dass bis zum Erreichen des Regelrentenalters weiter Beiträge wie bisher eingezahlt werden. Rentenanpassungen bleiben jedoch außen vor.

Prognosewerte für die Monatsrente, die bis dahin erfolgte Rentenerhöhungen berücksichtigen, finden sich in der Renteninformation im Text zur Rentenanpassung. Für den Fall, dass die Renten jedes Jahr um ein oder zwei Prozent erhöht werden, nennt die Rentenversicherung jeweils eine theoretische Monatsrente. Der Schönheitsfehler: Rentenerhöhungen setzen laut Rentenformel noch stärkere Lohnerhöhungen im Bundesdurchschnitt voraus. Und die sind keineswegs selbstverständlich.

Die Prognosewerte sind daher sehr modellhaft. In der Realität gibt es Jahre mit höheren Lohnsteigerungen, sowie immer wieder Jahre mit sehr moderaten Lohnerhöhungen oder Nullrunden. “In meiner Arbeit orientiere ich mich nur an der Zahl für die bereits erworbenen Rentenansprüche ohne künftige Rentenanpassungen”, sagt Anke Voss, Präsidentin des Bundesverbands der Rentenberater. “Auf die Hochrechnungen würde ich mich nicht verlassen. Die Renteninformation ist zudem immer nur eine Zeitpunktbetrachtung. Für die endgültige Rentenhöhe ist die Rechtslage bei Rentenbeginn entscheidend.” Sollte es also zu Rentenanpassungen durch die Regierung kommen oder Gesetze die Rentenbeiträge und -höhe neu regeln, sind die alten Prognosen Makulatur.

“Jeder zweite Rentenbescheid ist fehlerhaft”

Aber auch die laut Renteninformation bereits erworbenen Rentenansprüche sind nicht in Stein gemeißelt. Denn wer endlich seine Rente beantragt und einen Rentenbescheid erhält, wundert sich oftmals über die bewilligte Rente. “Die meisten unserer Mandanten suchen uns auf, weil sie ihren Rentenbescheid nicht nachvollziehen können und ihn prüfen lassen wollen”, verrät Voss. “In der Praxis ist tatsächlich etwa jeder zweite von uns geprüfte Rentenbescheid fehlerhaft. Dabei ist die Rentenberechnung zwar häufig fehlerfrei, aber die hinterlegten Versichertenzeiten falsch erfasst”, konstatiert Voss. “Beispielsweise fehlen dann Zeiten für Ausbildung, Kindererziehung oder Auslandsaufenthalte, die in den allermeisten Fällen die Rentenansprüche erhöhen.”

2. Rentenauskunft einholen

Gerade nach Ausbildungs-, Studien- oder Erziehungszeiten sowie nach Scheidungen oder dem Tod des Ehepartners rät Voss deswegen dringend zur sogenannten Kontenklärung. Dazu können Versicherte schon in ihren ersten Berufsjahren mit ihrer Sozialversicherungsnummer bei der Deutschen Rentenversicherung ihren Versicherungsverlauf bzw. eine Rentenauskunft anfordern. Das geht inzwischen auch online mit dem Personalausweis mit Online-Funktion. Eine Rentenauskunft ist deutlich umfangreicher als die jährliche Renteninformation und dient auch dem unabhängigen Rentenberater zur Prüfung. Mittelfristig soll die Rentenauskunft sogar alle Vorsorgebausteine enthalten, also auch private Altersvorsorge, etwa mit Riester- und Rürup-Vertrag, oder Ansprüche aus betrieblicher Altersversorgung. Bis es soweit ist, wird es aber noch dauern.

Rentenberater finden oft Unstimmigkeiten in Rentenauskünften. Sind etwa fälschlicherweise Lücken im Versicherungsverlauf, sollten diese mit geeigneten Belegen (Immatrikulationsbescheinigung, Arbeitsverträge, Lohnabrechnungen, usw.) im Rahmen einer sogenannten Kontenklärung geschlossen werden. Häufige Fehler: Ausbildungszeiten werden häufig falsch gewertet, Krankenzeiten bleiben unberücksichtigt, die Einkommensanrechnung bei Hinterbliebenen- und Erwerbsminderungsrenten ist nicht korrekt oder Kindererziehungszeiten sind nicht richtig erfasst.

Es empfiehlt sich, mit der Kontenklärung und notwendigen Korrekturen nicht bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters zu warten. Denn Krankenversicherungen, Arbeitgeber und viele andere Stellen müssen geeignete Nachweise nicht ewig aufbewahren, Belege sind mit den Jahren also immer schwerer zu bekommen . “Ist ein Rentenkonto geklärt, ergeht ein Feststellungbescheid und die nächste Renteninformation zeigt die Auswirkungen auf die erworbenen Rentenansprüche”, erklärt Voss.

Die Korrektur des Versicherungsverlaufs kann der Versicherte gleich selbst beim Rentenversicherer beantragen oder diese Aufgabe an einen Rentenberater übertragen. Die rechnen übrigens ähnlich den Steuerberatern nach einem Gebührenrahmen ab. Für die Prüfung eines Rentenbescheides sind ungefähr 300 Euro plus Mehrwertsteuer zu kalkulieren.

3. Rentenbescheid – Prüfung und Widerspruch

Spätestens wenn auf einen Rentenantrag hin ein Rentenbescheid vorliegt, sollte der angehende Ruheständler nochmals Versicherungsverlauf und Rentenberechnung prüfen. Seit diesem Jahr sind die Rentenbescheide zwar übersichtlicher, aber auch verkürzt. Die komplette Berechnung schickt die Rentenversicherung nun nur noch auf Anforderung zu. Das sollte aber weder den Versicherten noch einen Rentenberater daran hindern, die maximale Rente aus den geleisteten Beiträgen herauszuholen.

Hat die Deutsche Rentenversicherung Fehler in ihren Berechnungszeiten gemacht, muss sie auch die Kosten für das Widerspruchsverfahren übernehmen, also auch die Kosten für den Rentenberater. Liegt der Fehler woanders, etwa weil Versicherungszeiten nicht korrekt übermittelt wurden, können die Kosten für den Rentenberater steuermindernd in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

 

Quelle: wiwo.de

Renditeerwartung und Altersvorsorge

Was ist eigentlich „Altersvorsorge“?

Unter dem Begriff der Altersvorsorge wird häufig verstanden, dass während des aktiven Erwerbslebens zielgerichtet Geld für den eigenen Ruhestand gespart wird. Das über die Jahre gewachsene Kapital soll nach dem Ende des aktiven Erwerbslebens die Lücke zwischen den regelmäßigen Renteneinkünften und dem für den gewünschten Lebensstandard notwendigen Betrag decken. Für die weiteren Überlegungen soll es an dieser Stelle keine Rolle spielen, wie das Kapital später finanziell eingesetzt wird. Möglich wären die Übertragung des Langlebigkeitsrisikos auf einen Rentenversicherer, ein selbstgestrickter Entnahmeplan auf Vermögenswerten, wie Wertpapieren und Immobilien, oder eine Kombination dieser Komponenten.

Ein einfaches Beispiel

Für unseren vereinfachten Praxisfall gehen wir von einem theoretischen Umfeld ohne Zins, Inflation und Steuern aus. Wir stellen uns einen Mensch vor, der heute über ein monatliches Einkommen in Höhe von 2.000 Euro verfügt. Im Ruhestand klafft eine Lücke von monatlich 500 Euro zwischen seinen persönlichen Vorstellungen und der aktuell aus erwarteten Rentenleistungen finanziellen Zukunft. Wir unterstellen ferner, dass diese monatliche Lücke über eine Lebenserwartung von 20 Jahren zu füllen ist. Es ergibt sich also ein notwendiger Kapitalbetrag von 120.000 Euro (500 Euro mal 12 Monate mal 20 Jahre). Dieser soll bei Rentenbeginn in 30 Jahren zur Verfügung stehen. Unser Sparer muss also monatlich 333 Euro (120.000 Euro geteilt durch 360 Monate) für sein Altersvorsorgeziel beiseite packen. Das sind knapp 17 Prozent seines laufenden Einkommens.

Wie kommt man zu einer Renditeerwartung?

Das folgende Schema zeigt, wie die erwartete Rendite auf verschiedenen Ebenen ermittelt werden kann. Unterstellen wir, dass uns eine Vermögensklasse mit einer erwarteten Rendite von 4 Prozent und eine weitere mit einer von 2 Prozent zur Verfügung stehen. Diese beiden Vermögensklassen sind zu jeweils 50 Prozent in einer Finanzanlage gemischt. Der erwartete Ertrag vor Kosten beträgt also 3 Prozent. Unterstellen wir Kosten von 1 Prozent, so ergibt sich eine Rendite nach Kosten von 2 Prozent. Um unserer Vereinfachung treu zu bleiben unterstellen wir, dass diese voll mit dem Steuersatz von 25 Prozent besteuert werden. Die Rendite nach Steuern beträgt dann 1,5 Prozent (25 Prozent von 2 Prozent sind 0,5 Prozent. 2 Prozent Rendite – 0,5 Prozent Steuer). Bei der Inflation nehmen wir einen gleichgewichteten Durchschnitt aus der aktuellen Inflation (nach offizieller Lesart) von Null und dem Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) in Höhe von 2 Prozent. Dementsprechend ergibt sich eine Inflation von 1 Prozent. Ziehen wird dies von unserer verbliebenen Rendite ab, dann ergibt sich eine persönliche Nettorendite von 0,5 Prozent.

Wie hoch sind die Renditen bei festverzinslichen Papieren heute?

Produkte müssen zu den Zielen passen

Es gibt eine Kurzbroschüre der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) mit dem Titel „Anlageberatung – Was Sie als Kunden beachten sollten“. Hier ist unter anderem dieser Passus zu finden:

Quelle: www.bafin.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschuere/dl_b_anlageberatung.pdf

Was bedeutet das für das Anlageziel Altersvorsorge in unserem Musterfall? Unsere beispielhaft hergeleitete Rendite von 0,5 Prozent liegt schließlich nur unwesentlich über dem Nullzins bei null Prozent Inflationsannahme in unserem trivialen Einstiegsfall.

Fazit, Erkenntnis und viele offene Fragen

Eine sehr niedrige positive reale Rendite (also nach Steuern, Kosten und Inflation) mag für eine Rücklage ausreichend sein. Vielleicht sind hier auch sogar negative Renditen als Preis der sicheren Verfügbarkeit zu tragen.  Für eine Altersvorsorge sind jedoch höhere positive Renditen notwendig, da die Sparkapazitäten (egal aus welchem Grund) begrenzt sind und gleichzeitig eine echte Kaufkraftsteigerung erreicht werden muss. Kaum jemand wird soviel sparen können bzw. wollen, um ohne Rendite auf das notwendigen Rentenkapital zu kommen.

Diesen Zusammenhang werden auch detallierte Ruhestandsplanungen, Monte-Carlo Simulationen und die detaillierte Aufteilung steuerlicher Erträge nichts ändern können. Natürlich sind auch die Vorschriften der Anlageberatung leider nicht explizit für die Erstellung einer Ruhestandsplanung oder die Dokumentation zu Auswahl und Vertrieb eines Versicherungsproduktes relevant. Doch auch das ändert nichts an den wirtschaftlichen Zusammenhängen.

Vereinfacht gesprochen kann man wohl sagen, dass die kapitalgedeckte Altersvorsorge (vor allem in Deutschland) eine zinsbasierte Altersvorsorge ist. Da es kaum noch Zinsen in den klassischen Anleihesegmenten gibt und sich auch das „Zinshaus“ vermietete Immobilie dem allgemeinen Umfeld angepasst hat liegt eine Beschäftigung mit den Herausforderungen auf der Hand.

Wie ist also damit umzugehen, dass das Ziel der Altersvorsorge mit höheren erwarteten realen Renditen verknüpft ist, als es viele Finanzprodukte aufgrund ihrer Zusammensetzung der enthaltenen Vermögensklassen mathematisch überhaupt erwarten lassen?

Überblick schaffen

Zunächst einmal gilt es einen Überblick über das aktuelle Vermögen zu schaffen. Die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten sind in einer Vermögensbilanz darzustellen.

Danach die die vorhandenen gesetzlichen, betrieblichen und privaten Renten zu erfassen und mit dem heutigen Stand der Steuergesetzgebung abzubilden. In Kombination mit einer Fortschreibung der vorhandenen Vermögenswerte kann dann ein erster Status ermittelt werden.

Auf dieser Basis kann dann eine sinnvolle Strategie entwickelt werden. Selbstverständlich ist es nur eine Planung, die in regelmäßigen Abständen an die eigene Lebensplanung und die exogenen Faktoren (Zinsen, Inflation, Kapitalmarktpreise) anzupassen ist. Andererseits ist es der einzige Weg, um die Wechselwirkungen von Anlagestrategie, Altersvorsorge und Steuern sachlich darstellen und beantworten zu können.

Quelle: ypos-fp.de

 

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Ihr Ansprechpartner: Gerd Mannel

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Rente mit 70? Das wird nicht reichen

Eine neue Berechnung offenbart, dass sogar ein Renteneintritt im Alter von 70 Jahren keinen finanziell sorglosen Ruhestand beschert. Und dieses Problem trifft nicht nur die Geringverdiener – im Gegenteil.

Wenn es um die gesetzliche Rente geht, geben sich die Bundesbürger inzwischen keinen Illusionen mehr hin. Aktuelle Umfragen offenbaren immer wieder, dass die heute Unter-50-Jährigen fest damit rechnen, erst mit 70 in den Ruhestand zu gehen. Nur so lasse sich der Lebensabend finanziell aushalten.

Doch eine neue Prognose dürfte auch diese Idee erschüttern. Selbst wer freiwillig bis 70 arbeitet und damit drei Jahre länger als vom Gesetzgeber vorgesehen in die Rentenkasse einzahlt, steht vor einer Wohlstandslücke. Das offenbart eine Studie der Ruhr-Universität Bochum im Auftrag der Investmentgesellschaft Fidelity, die WELT exklusiv vorliegt.

Danach kann niemand darauf vertrauen, allein durch längeres Arbeiten den Lebensstandard im Alter aufrechtzuerhalten: weder die Friseurin, der Facharbeiter, die Versicherungskauffrau noch der Ingenieur.

Bei leitenden Angestellten, die bis 70 arbeiten, kann die monatliche Rentenlücke noch gut 1000 Euro betragen, rechnen die Autoren vor. Und es könnte noch schlimmer kommen, sollte das gesetzliche Renteneintrittsalter wegen der alternden Bevölkerung wie vielfach erwartet weiter angehoben werden.

Altersarmut ist programmiert

Die Studie widerlegt die bei vielen Bundesbürgern vorherrschende Vorstellung, man müsse nur lange genug arbeiten, um auch im Alter gut leben zu können. Die Autoren erneuern die bittere Wahrheit, dass die Deutschen künftig kräftig sparen müssen. Sie rechnen detailliert vor, wie hoch die ergänzende Altersvorsorge monatlich jeweils sein muss, um den Lebensstandard im Alter zu sichern.

Danach dürften es sich in Zukunft immer weniger Bundesbürger leisten können, pünktlich oder gar vorzeitig in Rente zu gehen. Denn wer erst mit 40 anfängt zu sparen, müsste teilweise bis zu 20 Prozent des aktuellen Bruttoeinkommens auf die Seite legen, um sich einen auch finanziell entspannten Lebensabend zu gönnen.

Immerhin können die Deutschen ihre staatlichen Altersbezüge durch die Wahl des Renteneintrittsalters selbst beeinflussen. Vor Erreichen der Regelgrenze gibt es die Rente nur mit Abstrichen. Pro Jahr einer vorzeitigen Inanspruchnahme sinkt die Summe um 3,6Prozent. Wer dagegen länger arbeitet, kann seine Anwartschaften und Auszahlungen erhöhen. Pro Jahr steigt die Rentensumme um sechs Prozent.

Derzeit liegt das reguläre Renteneintrittsalter bei gut 65 Jahren. Diese Grenze wird bis zum Jahr 2029 stufenweise angehoben; ab dem Geburtsjahrgang 1964 müssen die Bundesbürger für eine abschlagfreie Rente bis 67 arbeiten. Doch auch wer freiwillig länger einzahlt und damit Rentenpunkte sammelt, kann sich nicht entspannt zurücklehnen.

Lebensstandard ist in Gefahr

Als Rentenlücke gilt jene Differenz, die sich zwischen der jeweils erreichten gesetzlichen Rente und jenem Alterseinkommen auftut, das den Lebensstandard sichert. Als lebensstandardsichernd setzen die Autoren 85 Prozent des letzten, in der Erwerbsphase erzielten Nettoeinkommens an. In verschiedenen Umfragen habe sich gezeigt, dass bei diesem Wert die Zufriedenheit mit der finanziellen Lebenssituation über den Renteneintritt hinweg unverändert bleibt.

Auf dieser Basis sind die Rentenlücken erheblich. Ein 1975 geborener Ingenieur mit einem Bruttojahresentgelt von rund 57.000 Euro steht bei einem regulären Renteneintritt von 67 Jahren vor einer monatlichen Lücke von fast 1300 Euro. Die kann er immerhin auf unter 1000 Euro drücken, wenn er noch drei Jahre länger arbeitet.

Quelle: Infografik Die Welt

Fängt er jetzt erst mit seiner privaten Altersvorsorge an, muss er monatlich 651 Euro auf die hohe Kante legen, um die Lücke von 1300 zu stopfen. Das entspricht immerhin rund 13 Prozent des aktuellen Bruttoentgelts. Durch drei Jahre längeres Arbeiten kann der Ingenieur immerhin den aktuellen Altersvorsorgebetrag auf 412 Euro reduzieren, das sind gut acht Prozent des Brutto.

Bei einem leitenden Angestellten mit einem aktuellen Jahresbrutto von 78.000 Euro beträgt die Rentenlücke sogar 1700 Euro. Er müsste ab sofort Monat für Monat 937 Euro sparen. Durch Arbeiten bis 70 ließe sich der Sparbeitrag auf 617 Euro reduzieren.

Eintrittsalter könnte weiter angehoben werden

Doch die Politik könnte den Bundesbürgern einen Strich durch ihre Rechnung machen. Sollte das Renteneintrittsalter schrittweise über 67 Jahre angehoben werden, müsste der leitende Angestellte fast 1000 Euro zurücklegen, um den Lebensstandard zu sichern, rechnen die Autoren vor. Wollte er dann gar mit 63 Jahren in den Ruhestand gehen, würde sich der nötige Vorsorgebeitrag auf 1552 Euro erhöhen.

Bei der privaten Vorsorge unterstellen die Autoren eine jährliche Anlagerendite von real drei Prozent, also einer Verzinsung des Sparkapitals nach Abzug der Inflation. Hier wirft die Studie ein weiteres Problem auf. Wer sein Geld in die falschen Vorsorgeprodukte packt, die real nicht drei Prozent abwerfen, muss noch sogar stärker sparen.

Lebensversicherungen beispielsweise werfen derzeit im Schnitt gerade mal 2,5Prozent und das vor Abzug der Inflation. Real bleiben bei der aktuellen Teuerung von 1,6 Prozent noch nicht mal ein Prozent übrig. Sparer werden nicht umhinkommen, auf andere Altersvorsorgeprodukte wie Aktien-Sparpläne oder spezielle Investmentfonds zu setzen. Die Fondsgesellschaft Fidelity hat solche speziellen Target-Fonds im Angebot und das mag auch die Motivation für die Beauftragung der Studie erklären.

Allerdings sind die rein mathematischen Erkenntnisse – unabhängig vom Auftraggeber – eine Tatsache. Diese Zahlen sollten bei den Bundesbürgern hängen bleiben, damit sie sich von der nächsten Illusion lösen.

Quelle: welt.de

Höherer Steueranteil für Neurentner ab 2018

Berlin (dpa/tmn) – Bei der Rentenbesteuerung erhöht sich im kommenden Jahr der steuerpflichtige Rentenanteil. Das heißt: Wer 2018 in Rente geht, muss 76 Prozent seiner Rente versteuern.

Bisher lag der steuerpflichtige Anteil bei 74 Prozent. Darauf macht der Bund der Steuerzahler in Berlin aufmerksam.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Nur noch 24 Prozent der Bezüge sind im kommenden Jahr steuerfrei. Das gilt aber nur für Rentenjahrgänge, die ab 1. Januar neu hinzukommen. Für Bestandsrentner ändert sich der einmal festgesetzte steuerfreie Rentenanteil nicht.© dpa

Quelle: web.de

Das böse Erwachen beim Blick auf das Rentenkonto

Zwei von drei Bundesbürgern wissen nicht, wie hoch die Summe ihrer zu erwartenden Alterseinkünfte sind. Das ist ein Problem bei der Vermeidung von Altersarmut. Ein neues Rentenkonto-System soll helfen.

Die Wissenslücke ist riesengroß. Zwei von drei Bundesbürgern kennen ihre Rentenansprüche nicht, hat das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) ermittelt. Zwar verschickt die Deutsche Rentenversicherung seit 2002 jährlich Renteninformationen, in denen die bereits erworbenen sowie die künftig noch zu erwartenden Ansprüche dargestellt werden.

Doch die Mehrheit der Deutschen wird im Alter nicht nur von der staatlichen Rente leben, sondern noch von weiteren Einkünften, die aus einer betrieblichen Alterssicherung, einer Lebensversicherung oder einer Riesterrente stammen. Viele Erwerbstätige verfügen gleich über mehrere Zusatzabsicherungen. Doch nur die wenigsten haben einen Überblick über ihre insgesamt zu erwartenden Alterseinkünfte.

Der Ruf nach einem umfassenden Online-Rentenkonto, das jedem Bürger Transparenz über seine gesamten Ansprüche verschafft, wird daher lauter. Und tatsächlich stehen die Chancen gut, dass sich eine Jamaika-Koalition auf ein solches Projekt einigt. Zumal zwischen Union, FDP und Grünen Konsens herrscht, dass die zusätzliche kapitalgedeckte Altersvorsorge gestärkt werden soll.

Jeder Zweite befürchtet Altersarmut

Bei den Liberalen steht die Einführung eines „persönlichen Vorsorgekontos“ explizit im Programm. Auch die Union setzt auf Transparenz. „Ein Altersvorsorge-Informationssystem würde vielen Bürgern einen zusätzlichen Anstoß geben, sich um ergänzende Altersvorsorge zu kümmern“, sagt der Vorsitzende des Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, Peter Weiß. Wer seine Gesamtansprüche kenne, habe später keine Ausrede, wenn er nicht genug vorsorge, sagt der Rentenexperte.

Quelle: Infografik Die Welt

Wie groß die Wissenslücke ist, machen Ergebnisse der Pilotstudie „Pensions Dashboard“ der Goethe Universität in Frankfurt und der Deutschen Renten Information e. V. deutlich. Dafür starteten die Wissenschaftler in Kooperation mit zwei Großbanken ein eigens von einem FinTec-Unternehmen entwickeltes Renteninformationssystem.

„Das Interesse der Bevölkerung an einem umfassenden Rentendurchblick ist groß“, sagt der Finanzwissenschaftler Andreas Hackethal von der Goethe Universität. Für das Projekt hatten rund 12.000 freiwillige Teilnehmer Fragen zu ihrer Altersvorsorge beantwortet. 70 Prozent von ihnen gaben am Anfang an, keinen Überblick über ihre Ansprüche zu haben. Fast jeder Zweite äußerte zugleich die Angst vor Altersarmut.

Um ein individuelles Rentenkonto erstellen zu können, benötigt die Plattform eine Vielzahl von Informationen, die nicht jeder schnell parat hat. Zwar informiert nicht nur die staatliche Rentenversicherung regelmäßig die Bürger. Auch die privaten Anbieter stellen ihren Kunden Berechnungen zur Verfügung. Doch gibt es keine einheitlichen Kriterien, etwa zur Renditeberechnung.

Diskussion über die Risiken

Für viele der Studienteilnehmer gab es ein böses Erwachen. Fast jeder Dritte fühlt sich schlechter für das Alter gewappnet, seitdem er den Stand seines Rentenkontos kennt. Zugleich aber waren auch 35 Prozent von dem Ergebnis positiv überrascht: Sie hatten die Höhe ihrer Anwartschaften unterschätzt. Die Hälfte der Teilnehmer gab an, auf Grundlage des Rentenkontos bei ihrer Altersvorsorge jetzt aktiv zu werden.

„Wenn die Bürger den Rentendurchblick haben, dann gibt das einen Impuls, sich eigenverantwortlich um die Alterssicherung zu kümmern“, sagt Hackethal. Sinnvoll wäre die Einrichtung einer neutralen Stelle, die dem Einzelnen einen unbürokratischen Zugriff auf sein Konto ermögliche.

Alle notwendigen Daten über die Ansprüche an staatlicher Rente sowie an zusätzlichen Alterseinkünften müssten hier zusammengeführt werden, ohne dass der Kunde selbst alle möglichen Informationen besorgen müsste. Entscheidend sei, dass der Datenschutz dabei gewahrt werde, unterstrich der Finanzexperte.

Niederlande und Schweden sorgen für Transparenz

Während hierzulande noch über die Vorteile und Risiken eines Online-Rentenkontos diskutiert wird, sind ändere Länder längst weiter. In Schweden können sich die Bürger seit 2004 unter MinPension.se über den Stand ihrer gesamten Altersvorsorge informieren.

Obwohl die Teilnahme freiwillig ist, hat sich schon mehr als jeder zweite Schwede im erwerbsfähigen Alter registrieren lassen. Laut einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA) sind es vor allem die älteren Erwerbstätigen, die sich einen Überblick verschaffen. Am seltensten greifen die unter 30-Jährigen auf die Internetseite zu. Organisiert ist die schwedische Plattform als öffentlich-private Partnerschaft: ein Weg, den das DIA auch für Deutschland empfiehlt.

Quelle: Infografik Die Welt

Auch in den Niederlanden gibt es seit 2010 ein Portal, das eine individuelle Renteninformation bietet. In unserem Nachbarland ist neben der gesetzlichen Rente vor allem die betriebliche Altersvorsorge eine starke Säule. Viele Niederländer zahlen in verschiedene Pensionsfonds ein, wenn sie mehrfach den Job gewechselt haben.

Auch deshalb schien es der Regierung geboten, für Transparenz zu sorgen. Aus Gründen der Datensicherheit entschloss man sich jedoch, keine zentrale Datenbank aufzubauen, sondern die Informationen über die Ansprüche beim jeweiligen Anbieter gespeichert zu lassen.

Wenn ein Niederländer seine Rentenkontoinformation anfordert, werden die Daten bei den jeweiligen Anbietern abgerufen und dann zu einer umfassenden Rentenauskunft zusammengetragen. Auch für Deutschland präferieren die meisten Experten ein solches Verfahren und lehnen eine zentrale Datenspeicherung ab.

Quelle: Infografik Die Welt

 

Das Portal in den Niederlanden gibt nicht nur Auskunft über die geleisteten Einzahlungen und bereits vorhandenen Ansprüche, sondern stellt darüber hinaus auf Nachfrage auch Berechnungen an, wie sich die zu erwartende Rentenhöhe verändert, wenn man früher oder später in den Ruhestand geht.

Freiwillig privat vorsorgen und länger arbeiten

Mehr Transparenz könnte hierzulande helfen, die aufgeheizte Debatte über Altersarmut zu versachlichen. Wie der vom Bundesarbeitsministerium vorgelegte Alterssicherungsbericht 2016 zeigt, macht die gesetzliche Rente nur 63 Prozent der Bruttoeinkommen der heutigen Senioren aus. Acht Prozent stammen aus privater Vorsorge. Dieser Betrag wird künftig infolge der Riesterförderung steigen.

Auch die Betriebsrenten, die heute ebenfalls acht Prozent der Alterseinkommen ausmachen, sollen nach dem Willen der Politik weiter ausgebaut werden. Immerhin haben schon jetzt 70 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten eine betriebliche Alterssicherung oder einen Riestervertrag. Jeder fünfte Arbeitnehmer hat sogar beides. Ob dabei genug zusammenkommt, um im Alter den Lebensstandard halten zu können, wissen jedoch die wenigsten.

„In der neuen Legislaturperiode kann und muss der Durchbruch für eine säulenübergreifende Renteninformation erzielt werden, die die Nebelfahrt der Bürger bei der Einschätzung ihrer Ansprüche im Alter endlich beendet“, drängt der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, Wolfgang Steiger.

In Skandinavien sei durch die seit Jahren funktionierenden Portale zu beobachten, dass die Bürger mehr Eigenvorsorge leisteten und bewusst länger arbeiteten. „Gerade am Ende eines Arbeitslebens ist die Rendite für wenige Jahre längeres Arbeiten besser als jegliche übliche Anlageform zur Altersvorsorge“, sagt Steiger.

Gut möglich also, dass die Politik bei dem Rentenkonto weniger an die Transparenz, sondern mehr an das politisch gewünschte Ergebnis denkt: Dass sich die Bürger in Zukunft – ganz freiwillig – auf den Weg zur Rente mit 70 begeben.

 

Quelle: welt.de

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Vorsorgeatlas: Jungen Leuten droht Rentenlücke

Das deutsche Vorsorgesystem wird künftig funktionieren, die heute 50- bis 65-Jährigen brauchen sich keine Gedanken um ihre Rente zu machen. Der neue Vorsorgeatlas Deutschland von Union Investment zeichnet ein positives Bild – aber nur auf den ersten Blick.

Die Ergebnisse stimmen überraschend optimistisch: Die Bundesbürger müssen sich keine Sorgen um ihre Rente machen. Das Vorsorgesystem über die drei bekannten Säulen wird auch in Zukunft funktionieren. Die gesetzliche Rente ist und bleibt der Grundpfeiler der Altersvorsorge – und zwar über das Jahr 2030 hinaus. Zu diesen Resultaten kommt der neue “Vorsorgeatlas Deutschland”. Die umfangreiche Analyse hat das Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment erstellt.

Dabei haben die Experten unter Leitung von Professor Bernd Raffelhüschen nicht die aktuellen Altersbezüge betrachtet, sondern ausschließlich die Renten, die heute zwischen 20 und 65 Jahre alte Personen zu erwarten haben. Neben den klassischen Alterssicherungssystemen der ersten Schicht (Gesetzliche Rentenversicherung, Beamtenversorgung, berufsständische Versorgung) erfasst der Atlas auch die Vorsorgewege der zweiten Schicht (Riester-Rente, betriebliche Altersversorgung, Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes). Hinzu kommt die dritte Schicht, also das Geld- und Immobilienvermögen der Haushalte.

Schattenseiten bei genauerer Betrachtung

Mögen die Ergebnisse auf den ersten Blick durchaus positiv erscheinen, zeigen sich bei genauerem Hinsehen allerdings auch Schattenseiten. Denn: Im Durchschnitt über alle Einkommens- und Altersklassen hinweg erhalten die rund 34 Millionen Versicherten bei Renteneintritt monatlich 1.070 Euro. Damit können sie zwar rund 48 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens ersetzen. Um den bisherigen Lebensstandard im Alter annähernd halten zu können, sind jedoch mindestens 60 Prozent nötig.

In der Tat brauchen sich die heute 50- bis 65-Jährigen um ihre Rente keine großen Gedanken zu machen. Sie erreichen der Studie zufolge allein mit der gesetzlichen Rente ein Niveau von 64,1 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. Sorgen sie zusätzlich privat sowie staatlich gefördert vor – was in dieser Altersgruppe die Regel ist – so können sie die Ersatzquote noch einmal deutlich steigern. Möglich sind bis zu 83 Prozent.

Dringend zusätzlich vorsorgen

Bei den heute 20- bis 34-Jährigen hingegen sieht es weniger erfreulich aus. Die jungen Leute bringen es mit der gesetzlichen Rente später einmal auf lediglich 38,6 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens. Daher werden sie pro Monat etwa 800 Euro zusätzlich benötigen. Es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als in Sachen Altersvorsorge selbst aktiv zu werden.

Auch erhebliche regionale Unterschiede lassen sich erkennen. Die höchsten Ansprüche aus der gesetzlichen Rentenversicherung haben dem Atlas zufolge Rentner in Oberbayern, Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe, Darmstadt, Trier, dem Bezirk Rheinhessen-Pfalz, in Braunschweig und in Schleswig-Holstein. Mehr als 1.095 Euro bekommen Erwerbstätige hier im Durchschnitt beim Renteneintritt. In Oberbayern liegen die Renten durchschnittlich 1169 Euro am höchsten.

Weniger als 988 Euro monatlich

Deutlich niedriger als im Bundesdurchschnitt von monatlich 1.070 Euro im Monat fallen die Rentenzahlungen in den neuen Bundesländern aus, mit Ausnahme von Brandenburg und Berlin. Hier haben Erwerbstätige später einmal einen gesetzlichen Rentenanspruch von 988 Euro pro Monat. (am)

Quelle: fondsprofessionell.de

Vorzeitiger Ruhestand wird teuer

Wer frühzeitig in Rente gehen möchte, sollte sich der finanziellen Folgen bewusst sein. An diesen ändert auch das in Kraft getretene Flexirentengesetz nichts, wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge betont.

Wer vorzeitig in Rente gehen möchte, sollte sich der finanziellen Konsequenzen bewusst sein. Wie das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) vorrechnet, wird die gesetzliche Rente pro Monat, den man vor Erreichen des gesetzlichen Renteneintrittsalters in den Ruhestand geht, um gut 0,3 Prozent reduziert – eine Kürzung, die im Übrigen für die gesamte Rentenbezugsdauer gilt. Bei einer ursprünglichen Rentenhöhe von 1.500 Euro wäre das für den Fall, dass man ein Jahr früher in Rente geht, ein Minus von 54 Euro.

Das jüngst eingeführte Flexirentengesetz ermöglicht es, diese Abschläge durch zusätzliche Beitragszahlungen auszugleichen – und zwar bereits mit 50 Jahren und nicht, wie zuvor, mit 55.

Um die Abschläge auszugleichen, sind laut DIA-Berechnungen allerdings erhebliche Beträge notwendig. So müsste der Rentner, der die oben genannten Abschläge ausgleichen möchte, insgesamt 12.760 Euro einzahlen.

Wer nicht nur ein Jahr, sondern drei Jahre eher den Ruhestand genießen möchte, kommt bereits auf eine Summe von 41.380 Euro, um den monatlichen Abschlag von 162 Euro ausgleichen zu können.

Finanzielle Folgen berücksichtigen

„Diese finanziellen Folgen eines vorgezogenen Rentenbeginns sollten in der Planung des eigenen Ruhestandes bedacht werden. Nicht ohne Grund wurde der Zeitpunkt, ab dem solche Zahlungen möglich sind, vom Gesetzgeber vorgezogen. Damit soll den Versicherten mehr Zeit eingeräumt werden, um die Vorkehrungen für den Wechsel vom Erwerbsleben in die Rentenphase zu treffen“, erläutert DIA-Sprecher Klaus Morgenstern. Die entstehende Rentenlücke lasse sich alternativ auch mit einer privaten Vorsorge absichern.

Wie Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, ist für viele Deutsche der Ruhestand ein Fremdwort. So ging 2016 jede neunte Person zwischen 65 und 74 Jahren einer Beschäftigung nach – das sind von 83, Millionen Menschen in dieser Altersgruppe 942.000. Die Zahl der arbeitenden 65-bis 74-Jährigen hat sich somit innerhalb der vergangenen zehn Jahre verdoppelt.

 

Quelle: procontra-online.de