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Tag Archives for " Zinssatz "

Italien kostet deutsche Sparer Geld

Die Zinslandschaft schien sich Anfang 2018 zu verändern. Doch das Regierungschaos in Italien hat bittere Folgen für Sparer hierzulande: Daniel Saurenz über den kollabierenden Euro und eine absurde Veränderung auf der Zinsseite

Im April schien es für deutsche Sparer einen kleinen Funken Hoffnung zu geben. Die zehnjährige Bundesanleihe war binnen kurzer Zeit bis auf 0,65 Prozent geklettert, erwacht aus dem Negativbereich der Vorjahre. Die Regierungskrise in Italien um den absurden Politmix aus links und weit rechts lässt nun die Zinsen für italienische Staatsanleihen klettern – und deutsche Anleihezinsen einknicken. Bis auf 0,26 Prozent für die zehnjährige Bundesanleihe hatte sich der Zins Ende Mai reduziert, da Investoren in den sicheren Hafen des politisch vernünftig stabilen Deutschlands flüchten. Derzeit erholt sich der Zins auf rund 0,5 Prozent.

Anleger müssen also für Rendite etwas ins Risiko gehen. Eine Option sind Capped-Bonus Zertifikate wie die WKN DM76WH mit 7 Prozent p.a. Rendite und 13 Prozent Sicherheitspuffer. Umgekehrt funktioniert dieser Mechanismus auch mit Reverse-Papieren. Bei der WKN GD8J9F profitieren Anleger von einer Schwächephase über den Sommer – derzeit kein unrealistisches Szenario.

Doppelter Druck

Freuen wird der Zinsrückgang natürlich einmal mehr den Finanzministern – Olaf Scholz. Er zahlt weiter weniger Zinsen während Sparer ihre Hoffnung auf echte Zinsen begraben müssen. Doch nicht nur die Südeuropäer, bei denen die Spanier just ein neues Kabinett vorstellten, überraschen negativ. Auch der Handelskonflikt mit den USA sowie eine massive Zinsdifferenz, die den US-Dollar beflügelt, drücken den Euro zu Boden. Gepaart mit stattlich teuren Ölpreisen merken dies vor allem jene Verbraucher, die mal wieder ihren Öltank füllen müssen. Warum aber klettert der Dollar überhaupt?

Quelle: tradingeconomics.com

Ein Grund ist sicher das Sentiment. Daten vom Investmentportal feingold-research.com zeigen, dass die Stimmung zugunsten des Euro bei 1,25 Dollar so gut war wie seit Jahren nicht. Fast logisch legte die Währung die Gegenrichtung ein, denn extreme Positiv- oder Negativstimmungen drehen den Kurs gegenteilig. Wer erinnert sich nicht an die doppelte Empfehlung der Deutschen Bank pro US-Dollar bei 1,05 Dollar – zweimal ging es danach für den Euro massiv aufwärts.

Inzwischen ist der Dollar Index, der die Kursentwicklung des Greenback gegenüber sechs wichtigen Währungen, wie Euro und Yen, abbildet, über 4 Prozent gegenüber dem Stand von Mitte April geklettert – eine deutliche Bewegung innerhalb so kurzer Zeit.

„Für zusätzlichen Aufwärtsdruck beim Dollar hat gesorgt, dass Spekulanten am Futures-Markt stärker als je zuvor auf einen Rückgang des Dollar setzen“, sagt Carlo Alberto De Casa, Chef-Analyst beim britischen Broker Activtrades. Nachdem die Erholung des Greenback Fahrt aufgenommen hatte, mussten sich die Spekulanten eindecken, woraufhin der Dollar kräftiger gestiegen ist, als er es ohne die Spekulation am Derivate-Markt getan hätte.

Dax-Rally dank Dollar

Es gibt aber auch schöne Seiten für all jene, die in Dax-Aktien investiert sind. Leidtragender des gestiegenen Dollar ist der US-Aktienmarkt, weil sich die Exportchancen für die Unternehmen eingetrübt haben. Der S&P 500 konnte sich zwar zuletzt etwas erholen, die Performance kommt jedoch nicht an die Nasdaq heran, wo die Tech-Schwergewichte für neue Rekorde sorgen.

„Im Gegensatz dazu sich der Dax kräftig erholt, weil er vom gegenüber dem Dollar sinkenden Euro beflügelt worden ist“, sagt Activtrades-Experte De Casa. Dabei haben Investoren nicht zuletzt zu jenen Unternehmen, wie BMW und SAP, gegriffen, die über ein bedeutendes US-Geschäft verfügen und damit besonders von der Währungsveränderung profitieren. Auch bei Brokern wie Degiro oder Börsen wie der Münchner Gettex gehörte die Exportriege zu den beliebtesten Titeln der letzten Wochen.

Neue Chance für Anleger

Nachdem Investoren bei 1,25 Dollar schöne antizyklische Chancen mit Turbo-Short-Scheinen auf den Euro hatten, so können sie nun mit der WKN SE87BM mit Hebel 8 auf den Euro setzen. Eine Möglichkeit sogar bei einer Seitwärtsbewegung gut zu verdienen, ist der Discount-Call DD7EVY mit 20 Prozent Renditechance.

 

Quelle: capital.de

Bundesgerichtshof kippt Zinscap-Prämie bei Krediten

Der Bundesgerichtshof hat über Preisklauseln für eine sogenannte Zinscap-Prämie beziehungsweise Zinssicherungsgebühr entschieden.

Der XI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs urteilte, dass die von einer Bank verwendeten und für Darlehensverträge mit einem variablen Zinssatz vorformulierten Klauseln

„Zinscap-Prämie: …% Zinssatz p.a. …% variabel*

*Bis zum … beträgt der Zinssatz mindestens …p.a. und höchstens …p.a.

Die oben angeführte Zinscap-Prämie ist sofort fällig.“

und

„Zinssicherungsgebühr: …% Zinssatz p.a. …% variabel*

*Bis zum … beträgt der Zinssatz mindestens …p.a. und höchstens …p.a.

Die oben angeführte Zinscap-Prämie ist sofort fällig.“

im Geschäftsverkehr mit Verbrauchern unwirksam sind.

Verbraucherschutzverein klagte

Der Kläger, ein Verbraucherschutzverein, klagte auf Unterlassung gegen eine Bank, die in Darlehensverträgen mit einem variablen Zinssatz von ihren Kunden eine sogenannte Zinscap-Prämie bzw. Zinssicherungsgebühr erhebt.

Nachdem das Landgericht Düsseldorf die Klage abgewiesen hat, hat das Oberlandesgericht Düsseldorf ihr auf die Berufung des Klägers stattgegeben.

Entscheidung des Bundesgerichtshofs

Der Bundesgerichtshof urteilte, dass dem Kläger der geltend gemachte Unterlassungsanspruch zusteht, denn bei den angefochtenen Klauseln handelt es sich um Allgemeine Geschäftsbedingungen.

Auch wenn die Zinscap-Prämie beziehungsweise Zinssicherungsgebühr in einzelnen Verträgen je unterschiedliche Prozentsätze aufweisen, sind die Klauseln auch insoweit vorformuliert, weil die Höhe der Zinscap-Prämie beziehungsweise der Zinssicherungsgebühr nach den unangegriffenen Feststellungen des Berufungsgerichts von der Beklagten anhand bestimmter Vorgaben errechnet wird. Ein „Aushandeln“ der Zinscap-Prämie beziehungsweise der Zinssicherungsgebühr hat die insoweit darlegungspflichtige Beklagte nicht hinreichend dargetan.

Zusätzliches laufzeitunabhängiges Entgelt

Mit dieser Regelung wirkt es laut Gericht für Kunden so, als würde zum variablen Zinssatz mit einer Festlegung einer Zinsober- und -untergrenze eine Regelung über die Zinshöhe getroffen und zugleich ein zusätzliches laufzeitunabhängiges Entgelt für die Überlassung der Darlehensvaluta festgelegt werden. Denn die Zinscap-Prämie beziehungsweise Zinssicherungsgebühr dient dazu, der Bank für den Fall, dass der variable Zins die vereinbarte Zinsobergrenze überschreitet, einen Ausgleich für entgehende Zins(mehr)einnahmen zu verschaffen. Damit stellt sie ein weiteres (Teil-)Entgelt dar, das der Darlehensnehmer zusammen mit dem Zins als Gegenleistung für die Überlassung der Darlehensvaluta schuldet. Dies ist aber dem Urteil nach nicht rechtens, weil der Zins die einzige Gegenleistung für ein Darlehen ist.

Urteil vom 8. Mai 2018 (Bundesgerichtshof, XI ZR 790/16)

 

Quelle: experten.de